Zu viele Berufsanfänger scheitern im Betriebsalltag

"Mehr Praxis im Studium", fordert Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) anlässlich der heutigen Sitzung der Kultusministerkonferenz. Driftmann ist sicher: "Sonst werden wir das gemeinsame Ziel, Hochschulabsolventen fit für den Arbeitsalltag zu machen, noch lange nicht erreichen."

15.10.2009 Pressemeldung DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag

In Waren an der Müritz wollen die Vertreter der Länder Nachbesserungen beim sogenannten Bologna-Prozess beschließen. Eines der zentralen Ziele dieser europaweiten Hochschulreform ist es, die Beschäftigungsfähigkeit der Absolventen zu verbessern. Doch hier hapert es laut Driftmann nach wie vor: "Jedes zehnte Unternehmen sagt uns: Wir haben uns von Berufseinsteigern schon in der Probezeit wieder getrennt, weil sie nicht in der Lage waren, ihre theoretischen Kenntnisse in der praktischen Arbeit anzuwenden."

Der DIHK-Präsident schlägt deshalb vor, durchgängig Praxisphasen in Form von Betriebspraktika oder Projektarbeiten in die Studienpläne einzubauen. So werden bereits während des Studiums Berufserfahrungen gesammelt und die Studierenden nach ihrem Abschluss nicht gleich ins kalte Wasser geworfen. Vertreter der Wirtschaft sollten auch direkt in die Hochschullehre mit einbezogen werden und dort Vorträge halten oder Studienpläne mitgestalten. Driftmann appelliert an die Hochschulen, Vorbehalte abzubauen und enger mit der Wirtschaft zusammenzuarbeiten, damit dieses wichtige Bologna-Ziel erfüllt werden kann: "Wir wollen die Freiheit von Forschung und Lehre - aber wir wollen auch, dass die jungen Leute hinterher nicht erst mal mit all ihrem Wissen auf der Straße stehen."


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