Lernerfolg hängt maßgeblich von der Qualität der Beziehung zwischen Kind und pädagogischer Fachkraft ab. Das bestätigen pädagogische Studien ebenso wie die Hirnforschung. Wer erfolgreich lehren will, hat somit die Aufgabe, eine vertrauensvolle Bindung zu seinen Schützlingen aufzubauen. Aber wie?
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Der erfolgreiche Bildungsweg eines Kindes beginnt früh. Bereits in der ersten Interaktion mit Mutter oder Vater findet Bildung statt: Ein Kind lernt, sich in bestimmten sozialen Kontexten zu verhalten, eignet sich eine Sprache an, fügt sich in ein soziales Miteinander ein. Wenn sich ein Kind durch eine vertrauensvolle Beziehung zu den Eltern sicher und geborgen fühlt, kann es offen für seine Umwelt und somit offen für Bildung sein.
„Eltern sind Experten für ihre Kinder“, erklärt Daniela Kobalt Neuhaus. Die Diplom-Heilpädagogin ist Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie und empfiehlt Erzieherinnen und Erziehern engen Kontakt zu den Eltern. Im von Kobelt Neuhaus mitgestalteten Leitfaden für den frühpädagogischen Bereich der Karl Kübel Stiftung in Zusammenarbeit mit der Vodafone Stiftung wird deutlich, wie wichtig die Eltern für die Beziehung der Kinder zu den pädagogischen Fachkräften sind. Familientraditionen, elterliche Ziele und Vorstellungen sollten demnach aufgegriffen und die Erfahrungen des Kindes gemeinsam mit den Eltern reflektiert werden, weil all das in die Betreuungssituation hineinwirken könnte. „Eine tragfähige Beziehung zum Wohle der Kinder entsteht durch ko-konstruktives Aushandeln und Gestaltung der Verbindung zwischen vielfältigen Familien, der Einrichtung und dem Lebensumfeld“, raten die Autoren des Leitfadens.
Persönliche Ansprache und Akzeptanz
Ob nun in der Grundschule, der weiterführenden Schule, an Berufsschulen oder Hochschulen, die Beziehung zwischen Lernenden und Lehrkräften bleibt auch nach der Kindertagesstätte ausschlaggebend für den Lernerfolg. In seiner Metastudie „Visible Learning – Lernen sichtbar machen“ greift der neuseeländische Pädagogikprofessor John Hattie die Relevanz der Schüler-Lehrerbeziehung ebenfalls auf. Sie schafft es immerhin auf Platz 11 von insgesamt 252 Einflussgrößen auf den Lernerfolg. Der Psychologieprofessor Julius Kuhl erläutert in einem Interview mit dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung, dass „Bildung und Lernen nur dauerhaft funktionieren können, wenn das Kind sich in der Beziehung zur pädagogischen Fachkraft öffnet. Dies geschieht, wenn es sich […] persönlich angesprochen, verstanden und akzeptiert fühlt“. Die meisten Lehrkräfte sind sich der großen Bedeutung von Beziehungen bewusst, jedoch fehlt es neben den vielschichtigen Aufgaben häufig an Zeit, um stabile Beziehungen aufzubauen.
Für Michael Felten, seit über 30 Jahren als Lehrer tätig, muss die Lehrperson für eine funktionierende Schüler-Lehrerbeziehung trotz Zeitmangels weit mehr tun, als vordergründig freundlich zu sein und im Erfolgsfall Lob zu äußern. In einem Kommentar für die „Süddeutsche Zeitung Online“ plädiert der Publizist und freie Schulentwicklungsberater für eine „Palette von Kontakt, Zutrauen, Echo, Fürsorge, Anerkennung, Wertschätzung, aber auch von Anspruch, Herausforderung und konstruktiver Kritik“. Attribute, die im Schulalltag wünschenswert sind, deren Präsenz jedoch harte Arbeit von den Lehrkräften erfordert. Arbeit, die sich allerdings lohnen könnte.
Kurzes TV-Statement zum Thema „Freude am Lernen“ von Olaf Axel Burow, Professor für Allgemeine Pädagogik. Das vollständige Interview, geführt auf der didacta 2018, können Sie sich auf bildungsklick TV anschauen.
Vom 19. bis 23. Februar 2019 führt die didacta als weltweit größte und Deutschlands wichtigste Bildungsmesse wieder Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in Köln zusammen.
Prof.‘in Dr. Tanja Betz, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Allgemeine Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Kindheitsforschung
Prof.‘in Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende Deutscher Philologenverband
Anuschka Oetz, Schulpsychologischer Dienst der Stadt Köln
Moderation: Prof. Dr. Markus Ritter, Ruhr-Universität Bochum
22.02.2019 12:15 bis 13:15 Uhr Halle 7, Stand D 40/E 41 Veranstalter: Verband Bildungsmedien e.V.
Forum didacta aktuell Wenn Kitas über sich hinauswachsen: lokale Bündnisse für frühe Bildung Eine Veranstaltung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) 20.02.2019 15:00 bis 15:45 Uhr Halle 8, Stand B 51 Veranstalter: Didacta Verband e. V.
Forum Unterrichtspraxis Guter Unterricht braucht Beziehungen Schemapädagogik – ein Ansatz zum Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern
Dr. phil. Marcus Damm, bildet Lehrende aller Schulformen fort, als Studienrat unterrichtet er seit 15 Jahren die Fächer Pädagogik, Psychologie und Ethik an der Anna-Freud-Schule in Ludwigshafen
23.02.2019 14:00 bis 15:00 Uhr Halle 8, Stand D 20/E 21 Veranstalter: Verband Bildungsmedien e.V.
Kita-Seminare Beziehungen schaffen – das Zusammenspiel von Organisation und Interaktion in Kitas Congress-Centrum Nord 19.02.2019 Veranstalter: Didacta Verband e. V.
Forum 1: Die Kita, ein lebendiges System: Menschen brauchen Beziehungen – Beziehungen brauchen Menschen
Referentin: Ursula Günster-Schöning, Psychologische Beraterin und Coach
Workshop 2: Miteinander sprechen – unerlässlich für tragfähige Beziehungen
Referentin: Beate Glöser, Glöser Training
13 bis 14:30 Uhr
Kita-Seminare Kita-Seminare: Brücken bauen – Übergänge didaktisch und sozialraumorientiert gestalten Congress-Centrum Nord 22. Februar 2019 Veranstalter: Didacta Verband e. V.
Forum 1: Brücken bauen mit den Eltern
Referentin: Daniela Kobelt Neuhaus, Karl Kübel Stiftung
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Der Themendienst im Überblick: Weitere Artikel und Interviews zur didacta 2019 finden Sie im <link dossiers didacta-2019 _blank>Dossier.
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