Bildungschancen für Kinder mit Migrationshintergrund verbessern

Die Migrations-, Integrations- und Ausländerbeauftragten der Bundesländer sind auf ihrer diesjährigen Herbstkonferenz am 03. und 04. September in Saarbrücken einem Antrag des Saarlandes gefolgt und haben sich im Rahmen der Diskussion für eine Verbesserung der Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Schüler mit Migrationshintergrund ausgesprochen.

04.09.2008 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Die Länder werden damit gebeten, das im Nationalen Integrationsplan vorgegebene Ziel, innerhalb der nächsten fünf Jahre die Abbrecher- und Wiederholerquoten in den Schulen deutlich zu senken und die Angleichung der Quoten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund an den Gesamtdurchschnitt aller Schülerinnen und Schüler aktiv zu verfolgen.

"Die Länderbeauftragten gehen davon aus, dass trotz des Rückganges der Schülerzahlen die Mittel für den Bereich Bildung in den Landeshaushalten nicht gekürzt werden. Die demografische Rendite 'Lehrer' bleibt dem Schulsystem erhalten und soll den Bereich der Bildung stärken. Die dann zur Verfügung stehenden Mittel sollen auch im Bereich der frühkindlichen Förderung, der Sprachkompetenz für Kinder mit Migrationshintergrund und für sozial benachteiligte Kinder eingesetzt werden", so die saarländische Landesintegrationsbeauftragte, Staatssekretärin Gaby Schäfer.

Die Länderbeauftragten beziehen sich in ihrer Begründung insbesondere auch auf die Angaben im aktuellen Bildungsmonitor. Hier wird erneut deutlich, dass Migrantenkinder unterdurchschnittlich niedrige Beteiligungsquoten im Elementarbereich und auf höheren Bildungsstufen Schwierigkeiten beim Zugang zu besser qualifizierten Bildungsgängen haben. Der sozioökonomische Hintergrund der Schülerinnen und Schüler beeinflusst den Erwerb von Kompetenzen immer noch zu stark. Der wachsende Anteil von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die bei den unter 25-jährigen inzwischen mehr als ein Viertel (27 %) der Altersgruppe stellen, sei eine Herausforderung an das gesamte Bildungssystem der Bundesrepublik.

"Dies ist aber auch eine Chance", führte die Staatssekretärin aus. "Die Gesellschaft kann auf kein Talent verzichten. Die kulturelle Vielfalt stellt eine Ressource dar, die nicht brach liegen darf. Der Gedanke, dass für Schulen mit einem hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund auch ein erhöhter Aufwand betrieben werden muss, um Integrationsarbeit im erforderlichen Umfang leisten zu können, ist auch im Nationalen Integrationsplan verankert".

Die Beauftragten sprechen sich nach einem ersten Erfahrungsaustausch über den seit 1. September abzulegenden Einbürgerungstest weiterhin für eine Verstärkung der Anstrengungen zur Erhöhung der Einbürgerungen aus. Sie führen zum Teil eigene Einbürgerungskampagnen durch und begrüßen die Kampagne der Bundesintegrationsbeauftragten. Sie halten eine schnellstmögliche Evaluierung des Einbürgerungstests und der Verfahren für erforderlich und erklären sich bereit, diesen Prozess mit ihren Erfahrungen konstruktiv zu begleiten und zu unterstützen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden