Bündnis 90/Die Grünen

Bildungsrepublik braucht konkretes Handeln statt Show

Zum heutigen Besuch der Kanzlerin in einer Berliner Schule und zum Treffen der Kultusministerkonferenz erklären Ekin Deligöz, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, und Kai Gehring, Sprecher für Bildungspolitik:

20.10.2011 Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen

Es reicht nicht, Showtermine zu veranstalten und einmal im Jahr den hohen Wert der Bildung zu beschwören. Stattdessen müssen die Unterfinanzierung und Qualitätsmängel unseres Bildungssystems endlich überwunden werden. Auch drei Jahre nach dem ersten Bildungsgipfel der Kanzlerin ist es noch ein langer Weg zur Bildungsrepublik. Darüber kann auch ihr heutiger Besuch einer Vorzeigeschule nicht hinwegtäuschen. Denn die ist eben nicht der Regelfall, sondern die Ausnahme und deshalb kein Beleg für den Erfolg deutscher Bildungspolitik insgesamt.

Noch immer haben viel zu wenige Kinder in Deutschland eine Chance auf herkunftsunabhängigen Bildungserfolg. Ohne eine Qualitätsoffensive im Kita-Bereich werden viel zu viele Kinder nicht ausreichend gefördert. Deren Bildungsweg wird dann oft schon beim Schuleintritt blockiert. Mehr Qualität gibt es aber nicht zum Nulltarif. Noch immer mangelt es bundesweit an Ganztagsschulen und Inklusionsstrategien. Nur so können alle Kinder ganztätig und individuell gefördert werden. Die Aufhebung des Kooperationsverbots von Bundes und Länder würde diese Misere endlich beenden und gesamtstaatliche Zusammenarbeit ermöglichen. Der Übergang von der Schule in die berufliche Bildung gestaltet sich für zu viele Jugendliche problematisch, da sie in einer Warteschleife landen. Die Hochschulen haben Mühe, dem Studierendenansturm gerecht zu werden, während schwarz-gelb zugleich Fachkräftemangel beklagt.

Von Schwarz-Gelb fordern wir daher weniger Show und mehr beherztes Handeln. Bund und Länder müssen gemeinsam reformieren und besser finanzieren und so ihre gesamtstaatliche Verantwortung für Bildungsaufstieg erfüllen.


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