Deutscher Kinder- und Jugendhilfepreis 2008 - Hermine-Albers-Preis -
Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ schreibt in der Kategorie Praxispreis der Kinder- und Jugendhilfe den Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreis 2008 – Hermine-Albers-Preis – zum Thema "Jugendliche mit rechtsextremer Ausrichtung – eine Herausforderung für die Praxis" aus. Der Deutsche Kinder- und Jugendhilfepreis – Hermine-Albers-Preis – wird von den Obersten Landesjugend- und Familienbehörden gestiftet und vom Vorstand der Kinder- und Jugendhilfe – AGJ alle zwei Jahre verliehen.
23.01.2007 Pressemeldung Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ)Der Rechtsextremismus hat sich trotz der Anstrengungen von Politik und Zivilgesellschaft auf einem besorgniserregenden Niveau stabilisiert. Wahlerfolge von NPD und DVU bei den Landtagswahlen, ein Anstieg rechter Gewalttaten – das Bundesamt für Verfassungsschutz meldete im Frühjahr 2006 rund 27 Prozent mehr rechtsextreme Straftaten als im Jahr zuvor – Aufmärsche neonazistischer Organisationen und eine "neue Rechte" sind Aspekte dieses Phänomens. Dabei wächst nach empirischen Untersuchungen der Einfluss junger Rechtsextremer. Zudem kann konstatiert werden, dass rassistische oder rechtsextreme Entwicklungen in allen gesellschaftlichen Bereichen auftreten, offen sichtbar oder in latenter Form.
Die Gefahr für die bundesdeutsche Demokratie liegt dabei sowohl in der „Salonfähigkeit“ der „neuen Rechten“ als auch in der Tatsache begründet, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger eine wachsende Skepsis in bezug auf die Problemlösungsfähigkeit der etablierten demokratischen Parteien an den Tag legen. Zu ihrer Sicherung und Fortentwicklung benötigt eine Demokratie jedoch die überzeugte Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger. Die Identifikation mit den Werten, Institutionen und Verfahren des demokratischen Systems erwächst vor allem aus der Erfahrung, dass in dessen Rahmen gesellschaftliche Herausforderungen zumindest besser gelöst werden können als in irgendeinem anderen System. Von herausragender Bedeutung ist es dabei vor allem Demokratie auch für Kinder und Jugendliche erlebbar und sie zu partizipierenden Mitgliedern dieser Gesellschaft zu machen.
Die Träger der Kinder- und Jugendhilfe reagieren auf diese gesellschaftliche Herausforderung auf unterschiedliche Weise und machen sie zum Ausgangspunkt ihres fachlichen und pädagogischen Handelns. Als Teil gesellschaftlicher Gesamtstrategien setzen pädagogische Konzepte gegen Rechtsextremismus auf verschiedenen Ebenen an und zielen auf unterschiedliche Adressatengruppen. Zu unterscheiden ist dabei die pädagogische Arbeit u.a. mit sogenannten 'Normaljugendlichen', mit rechtsorientierten Jugendlichen ohne feste Cliquenbindung, mit rechtsextremen Cliquen sowie mit Jugendlichen in rechtsextremen Kameradschaften bzw. Organisationen. Diese verschiedenen Zielgruppen erfordern von der Arbeit der Kinder- und Jugendhilfe jeweils spezifische Zugänge, wobei die Übergänge zwischen den Gruppen fließend sind. Prävention und Intervention liegen mitunter dicht beieinander und gehen ineinander über.
Für den Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreis 2008 sollen Arbeiten eingereicht werden, die in der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe diese Ansätze, Modelle und neuen Wege aufzeigen oder die entsprechende pädagogische Handlungsstrategien und -perspektiven entwickeln. Der Deutsche Kinder- und Jugendhilfepreis 2008 – Hermine-Albers-Preis – ist in der Kategorie Praxispreis der Kinder- und Jugendhilfe mit 4.000 Euro dotiert.
Einsendeschluss ist der 05. November 2007.
Kontakt:
Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe - AGJ
Child and Youth Welfare Association
Mühlendamm 3 • 10178 Berlin • Germany
Tel. 0049 (0) 30 400 40-200 • Fax 0049 (0) 30 400 40-232
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