Matschie:

"Deutschland muss öffentliche Bildungsausgaben steigern"

"Es ist erfreulich, dass in Deutschland die Ausgaben für Bildung und Forschung insgesamt gestiegen sind. Leider halten die von der öffentlichen Hand getätigten Bildungsausgaben mit dieser Entwicklung nicht Schritt. Ein Grund ist die nach wie vor ungeklärte Situation bei der Bildungskooperation zwischen Bund und Ländern. Wenn der Bund die Länder in Sachen Bildung finanziell besser unterstützen würde, könnten wir schnell mehr erreichen. Das scheitert bisher jedoch am politischen Willen der Bundesregierung."

12.12.2012 Pressemeldung Thüringer Kultusministerium

Das unterstreicht Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie, zum heute vorgestellten Bildungsfinanzbericht 2012. Danach sind die Gesamtausgaben für Bildung und Forschung auf 9,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts angestiegen. Der Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben stagniert seit den 1990-er Jahren jedoch bei rund 4 Prozent. Thüringen gab dagegen im vergangenen Jahr 5,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung aus.

Nach Matschies Worten belegt der Bericht einmal mehr, dass "Bildung in Thüringen groß geschrieben wird". So gebe der Freistaat für jeden Einwohner unter 30 Jahren im Jahr 2012 für Bildung durchschnittlich 4.610 Euro aus; das ist eine Steigerung von 8 Prozent gegenüber 2010. Thüringen liegt damit deutlich über den vergleichbaren Werten der Flächenländer Ost (4.413 Euro) sowie der Flächenländer West (4.082 Euro). Der Anteil der für die Bildung zur Verfügung gestellten Gelder am Gesamthaushalt beträgt in Thüringen 25 Prozent (ostdeutsche Länder 24,1 Prozent). Die Ausgaben für die Schulen sinken wegen der zurückgehenden Schülerzahlen zwar tendenziell; dennoch liege Thüringen bei allen Schularten deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Thüringen hat mit 12 Schülern pro Lehrer bundesweit die günstigste Lehrer-Schüler-Relation.

Matschie unterstreicht: "Bei den Bildungsausgaben reicht es nicht, die reinen Zahlen zu betrachten, sondern wir müssen die damit verbundenen Effekte in den Blick nehmen." Als Beispiel nennt er die deutlich gestiegenen Ausgaben des Freistaats für die Kindertageseinrichtungen. "Wir haben durch die Neueinstellungen von Erzieherinnen die Betreuung und frühkindliche Bildung spürbar verbessert, einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab dem 1. Geburtstag eingeführt und eine tägliche Betreuungszeit von 10 Stunden garantiert. Das ist bundesweit einmalig und steht für gelebte Kinder- und Familienfreundlichkeit. Unsere Gelder sind damit Investitionen in unsere Zukunft", so Matschie.


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