didacta: Der vierte Messetag

(red) "Wenn man nichts tut, dann trägt man auch die Verantwortung dafür, dass sich nichts ändert." Christine Bergmann, die heute als Bildungsbotschafterin der didacta 2012 geehrt wurde, sprach klare Worte.

17.02.2012 Artikel

Ausgezeichnet wurde sie für ihr außergewöhnliches Engagement als Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs. Ihre Botschaft: "Schaut hin, denkt nicht, weil das Thema jetzt vergangen ist und weil wir uns eine Weile damit beschäftigt haben, ist es vorbei. Es ist ein sehr aktuelles Thema, es muss sehr viel umgesetzt werden. Jede Einrichtung, die mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, muss wissen, wie sie mit dem Thema umgehen muss, damit wir Kinder in Zukunft besser schützen können."

Mehr als 3000 Erzieherinnen nutzten die didacta für ihre persönliche Weiterbildung. In Workshops, Vorträgen und Diskussionen ging es um die aktuellen Anforderungen an diesen Beruf. Und die kennt Dr. Armin Krenz vom Institut für angewandte Psychologie und Pädagogik in Kiel: "Es gibt zwei große Richtungen hier bei uns in Deutschland. Zum einen: 'mach noch viel, viel mehr' - dahinter steckt dieser Begriff 'Bildungsfenster müssen gefüllt werden'. Dann gibt es aber eine Gegenrichtung aus der Hirnforschung und der Bindungsforschung, die einfach sagt 'weniger ist mehr'. Das ist eine Herausforderung für die Fachkräfte, die eine Entscheidung treffen müssen: Bin ich auf der Seite von Kindern, mit dem was Kinder brauchen, oder bin ich bei dem, was Eltern wollen?"

<iframe width="484" height="276" src="http://www.youtube.com/embed/9xzbGg4NOPc" frameborder="0" allowfullscreen></iframe> Mangelnde Ausbildungsreife ist ein gern zitierter Begriff. Doch was steckt dahinter? Das wollten die Teilnehmer der gleichnamigen Podiumsdiskussion klären.

Berit Heintz vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) beschrieb die Erwartungen der Betriebe: "Was sich auf jeden Fall geändert hat ist, wie heute in den Betrieben gearbeitet wird. Es wird viel mehr in Teams und sehr viel stärker eigenverantwortlich garbeitet. Das heißt, es werden ganz andere Kompetenzen als noch vor wenigen Jahren erwartet."

Gerhard Lange vom Niedersächsischen Kultusministerium hingegen warf auch einen Einblick auf die Rolle der allgemeinbildenden Schulen: "Wesentliche Voraussetzungen für eine zielgerichtete Berufswahl ist aus meiner Sicht, dass die Berufsorientierung im allgemeinbildenden Bereich so konsequent durchgeführt wird, dass Schülerinnen und Schüler beim Übergang von der allgemeinbildenden Schule in den Beruf wissen, was sie tun."

Allgegenwärtig auf der Messe ist das Thema Inklusion. In politischen Diskussionen und in speziellen Weiterbildungsangeboten. Das schlägt sich auch in den Schulbüchern nieder, erklärte Tilo Knoche vom Ernst Klett Verlag: "Inzwischen kann man sagen, in jedem Autorenteam – und hinter einem Lehrwerk stehen 20, 30 Autoren - sind inzwischen Leute, die aus dem Inklusionsthema kommen. Ich glaube, da sind wir auf einem sehr guten Weg."


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