didacta: Der zweite Messetag

Bildungsmedien werden digital – das ist die Botschaft des zweiten Messetages. Insgesamt 27 deutsche Bildungsmedienverlage stellten das Portal "Digitale Schulbücher" vor. In diesem speziellen Bücherregal sollen den Schülern und Lehrern ab dem Schuljahr 2012 Schulbücher in digitaler Form zur Verfügung stehen. Mit einigen hundert Büchern wollen die Verlage an den Start gehen.

16.02.2012 Artikel

Um diese Bücher überhaupt nutzen zu können, braucht es die passende Ausstattung. Da hapert es bislang noch an den Schulen in Deutschland. Die neue gegründete Initiative "Bündnis für Bildung" zeigt auf der didacta, wie sie Schwung in die Entwicklung bringt.

"Es ist Schluss mit Pilotprojekten in Deutschland", erklärte Dr. Marianne Janik von Microsoft. "Wir haben gezeigt, dass Technologie funktioniert. Es geht jetzt um eine breite Initiative mit der Industrie, mit den Verlagen, natürlich auch mit den Kultusministerien, um dieses Bündnis fur Bildung auch in die Tat umzusetzen."

<iframe width="484" height="276" src="http://www.youtube.com/embed/2kXozOUw45w" frameborder="0" allowfullscreen></iframe> Prämiert wurde wieder das Beste, was bereits jetzt schon zum digitalen Lernen angeboten wird. Der niedersächsische Kultusminister verlieh den digita 2012 unter anderem an das "Internet-ABC" - ein Projekt der Landesmedienanstalten und an die App "Die Berliner Mauer" der Bundeszentrale für politische Bildung.

Aber egal welches Medium eingesetzt wird, entscheidend bleibt die Qualität des Unterrichts. Auch dafür gab es einen Preis. Nicht für den besten Mathe- oder Deutschunterricht, sondern für Unterrichtsprojekte, die insbesondere die sozialen und kreativen Ressourcen der Schüler fördern

"Gerade weil es solch einen Pisatunnelblick gibt, deshalb ist es wichtig, auch alles das, was man nicht in Kompetenzfortschritten messen kann, in den Blick zu nehmen", betonte der Jury-Vorsitzende des Cornelsen Stiftungspreises Zukunft Schule Schule, Prof. Hilbert Meyer. Schule sei auch für etwas anderes da als nur um Kompetenzen zu vermitteln.

Doch wie wird ein Lehrer ein guter Lehrer? Diese Frage wurde auf dem Hochschultag in Hannover diskutiert. Eine Antwort gab Gabriele Bellenberg, Professorin für Schulforschung und Schulpädagogik an der Ruhr-Universität Bochum: "Wir wissen aus der Lehrerbildungsforschung dass Lehrer Experten für ihr Fach sein sollten , das allein reicht nicht. Wir brauchen darüber hinaus auch die fachdidaktische Kompetenzen, also das Wissen wie Schüler lernen, welche typischen Fehler Schüler denn eigentlich machen und wir brauchen erziehungswissenschaftliche Kompetenzen, Wissen über guten Unterricht, über Klassenmanagement aber auch über die Organisation von Schule."

Die bildungspolitischen Diskussion kamen auch heute auf der Messe nicht zu kurz. So debattierten etwa der Bundesvorsitzende der GRÜNEN, Cem Özdemir mit dem niedersächsischen Kultusminister Bernd Althusmann, ob und wie Schule in der Einwanderungsgesellschaft gelingen kann.

Auch die didacta blickt längst schon über den Tellerrand und nicht nur auf den deutschen oder den deutschsprachigen Raum. Das machte zum Beispiel die Delegation aus Saudi Arabien deutlich..

"Deutschland und die arabische Welt können sich gut ergänzen zum Beispiel beim Know how Transfer oder in der Berufsbildung", erklärte Abdulaziz Al-Mikhlafi, Generalsekretär Ghorfa Arab-German Chamber of Commerce and Industry.


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