Einseitig und in sich widersprüchlich!
Als in sich widersprüchlich und zum Teil einseitig hat der DPhV-Bundesvorsitzende, Heinz-Peter Meidinger, die im Jahresgutachten "Bildungsreform 2000–2010–2020" geäußerte Kritik des wirtschaftsnahen "Aktionsrat Bildung" am Bildungsstandort Deutschland bezeichnet.
22.03.2011 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)Zwar stimme der DPhV der Feststellung des Aktionsrates ausdrücklich zu, dass das deutsche Bildungssystem nach wie vor unterfinanziert sei und die sogenannte "demografische Rendite" im Schulbereich verbleiben muss. Die Gegenüberstellung einer reformfreudigen, überarbeiteten Professorenschaft an der Hochschule contra einer reformunwilligen Lehrerschaft sei aber Unfug, so Meidinger.
"Tatsache ist, dass es zu Recht sowohl an der Hochschule als auch an den Schulen massive Kritik an der Art und Weise gibt, wie ohne ausreichende Beteiligung der Betroffenen auf maßgeblichen Druck aus der Wirtschaft hin bildungspolitische Reformen wie die Schulzeitverkürzung und das Bachelor-Master-System umgesetzt worden sind. Beides sind Musterbeispiele dafür, wie man qualitätsorientierte Reformen nicht durchführen sollte!", sagte der DPhV-Vorsitzende.
Meidinger verwahrte sich auch gegen die pauschalisierte Kritik an der deutschen Lehrerausbildung: "Die vor kurzem veröffentlichte internationale Vergleichsunter-suchung der professionellen Kompetenz angehender Mathematiklehrkräfte TEDS-M hat den deutschen Gymnasiallehrern sogar einen absoluten Spitzenplatz zugewiesen."
Es gebe insgesamt hier kein gutes Bild ab, wenn ein Universitätspräsident im Auftrag der Wirtschaft die Hochschulen lobe und die Schulen kritisiere, so der DPhV-Chef.
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