Erziehungsverhältnisse im Nationalsozialismus
Mehr als 75 Jahre nach der "Machtergreifung" ist das Thema Erziehung im Nationalsozialismus immer noch aktuell. Die 15 Beiträge des Bandes "Erziehungsverhältnisse im Nationalsozialismus" geben auf der Grundlage der einschlägigen Forschung einen umfassenden und zugleich differenzierten Überblick über die Erziehungsverhältnisse im Nationalsozialismus zwischen totalem Anspruch und Erziehungswirklichkeit.
17.05.2011 Pressemeldung Klinkhardt VerlagAls Auswahlprinzip für die Themen sowie als Ordnungsprinzip der Darstellung haben die Herausgeber Klaus-Peter Horn und Jörg-W. Link die Lebenslaufperspektive gewählt. Die Beiträge folgen also dem Leben des "deutschen, erbgesunden, arischen Menschen" und stellen die Erziehungsprogrammatiken und Normierungen, die institutionellen und organisatorischen Umsetzungen sowie die jeweiligen Erziehungspraktiken vor. Behandelt werden Familie und Kindheit, die öffentlichen Schulen sowie die nationalsozialistischen Ausleseschulen, der Reichsarbeitsdienst, die Universitäten, Berufsausbildung, Soziale Arbeit, Erwachsenenbildung sowie das Lager als Erziehungsform. Studien zur Erziehungswissenschaft im Nationalsozialismus und zum Reichserziehungsministerium sowie ein Überblick über den Nationalsozialismus als Gegenstand bildungshistorischer Forschung ergänzen die übrigen Fallanalysen.
Aus der Einleitung:
"So zentral Adolf Hitler und seine in "Mein Kampf" formulierte Ideologie auch für die Erziehungsverhältnisse in der NS-Zeit waren, so verfehlt wäre es, die Pädagogik im Nationalsozialismus einzig und allein auf Hitler zu reduzieren. Zwar war er stets die allerhöchste Berufungsinstanz, doch kennzeichnend für die Erziehungsverhältnisse im Nationalsozialismus ist die Konkurrenz der Ressorts [...]. Der monolithische ´Führerstaat` war der totale Anspruch. Die Vielheit der Ansprüche aber die faktische Realität. Dies zeigen die Beiträge des vorliegenden Bandes für die Erziehungsverhältnisse im Nationalsozialismus. Ob es auf der skizzierten Basis gelungen ist, einen umfassenden und zugleich differenzierten Überblick über die Erziehungsverhältnisse im Nationalsozialismus mit Blick auf den Anspruch und die Wirklichkeit zu geben, können nun die Leserinnen und Leser entscheiden."
Die Herausgeber:
Prof. Dr. Klaus-Peter Horn ist Professor für Allgemeine Pädagogik an der Eberhard Karls Universität Tübingen
Dr. Jörg-W. Link ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Arbeitsschwerpunkt Historische Bildungsforschung an der Universität Potsdam
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