Stellungnahme

Für ein offenes und demokratisches Bildungssystem

Stellungnahme des Didacta Verband e.V. zur Teilnahme der AfD an der Bildungsmesse didacta 2025 in Stuttgart.

07.02.2025 Bundesweit Pressemeldung Didacta Verband e.V. / Verband der Bildungswirtschaft
  • Bildungsmesse didacta auf dem Messegelände Stuttgart. © Landesmesse Stuttgart GmbH & Co. KG

Eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung braucht Bildung. Grundlage von Bildung sind Offenheit, Toleranz und eine humanistische Grundhaltung. In diesem Sinne widerspricht die Programmatik der AfD in vielen Belangen den Idealen eines demokratischen und pluralistischen Schul- und Bildungssystems.

Der Didacta Verband e.V. hat als Vertretung von rund 240 Unternehmen und Organisationen der Bildungswirtschaft bewusst die Demokratiebildung als Leitthema der didacta 2025 in Stuttgart gesetzt. Der Umstand, dass sich in diesem Jahr erstmalig Parteien für unsere Messe als Aussteller angemeldet haben – dies lässt sich aufgrund der bestehenden Zulassungsbedingungen rechtlich nicht ausschließen, macht die Notwendigkeit der Auseinandersetzung über Demokratiebildung umso deutlicher.

Wir werden die Messe in diesem Sinne nutzen und laden alle Bildungsakteure ein, mit uns über die Möglichkeiten guter Bildung zur Entwicklung und Erhaltung der Demokratie zu diskutieren. Wir möchten zeigen, dass die Bildungswirtschaft in Deutschland demokratisch denkt und die Werte der Demokratie – auch gegen die AfD – verteidigt.

Der Didacta Verband steht für Zugang zu bester Bildung für alle, indem wir Ansprechpartner und Plattform für lebenslanges Lernen in einer zukunftsfähigen Gesellschaft zusammenbringen.

Wir werden die didacta 2025 nutzen, um diese Haltung meinungsfreudig und unmissverständlich in den Diskurs der Akteure des Bildungswesens einzubringen. Hierfür werden wir u.a. eine 100 Quadratmeter große Sonderausstellungsfläche nutzen, die wir unter das Messemotto „Demokratie braucht Bildung – Bildung braucht Demokratie“ stellen. Die Messe in diesem Sinne als Forum für die vielen Verteidiger einer demokratischen und offenen Gesellschaft zu nutzen, ist nach Auffassung des Didacta Verbands wesentlich sinnvoller, als sie wegen der Teilnahme weniger Gegner dieser Haltung zu boykottieren.


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Ein Kommentar vorhanden

  • 10.02.2025 19:22 Uhr
    Eine Analyse der Stellungnahme der didacta e.V. lässt nicht Gutes ahnen. Schnell wird klar, dass sich der Verband in erster Linie als Interessensvertretung der Bildungswirtschaft versteht – ganz wie es in seiner Satzung als Vereinszweck festgeschrieben ist.
    Eine passende Überschrift wäre: Bildung als Ware – Demokratie als Feigenblatt?
    Der Didacta Verband präsentiert Bildung als ein Feld, das von wirtschaftlichen Akteuren geprägt ist. Er vertritt Unternehmen und Organisationen der Bildungsindustrie, die vor allem eines im Blick haben: ökonomische Interessen. Die Inszenierung der Bildungsmesse als Plattform für den gesellschaftlichen Austausch mag den Anschein erwecken, es gehe um das Gemeinwohl. Tatsächlich dient sie jedoch dazu, wirtschaftliche Interessen mit Bildungszielen zu verknüpfen – und zwar in einer Weise, die vor allem den Akteuren des Bildungsmarktes nützt.
    Besonders problematisch ist die Selbstinszenierung der Bildungswirtschaft als Hüterin demokratischer Werte. Der Verband stellt sich als Verteidiger der Demokratie dar – doch ist das ein ernst gemeintes Engagement oder eine geschickte Strategie zur Imagepflege? In einem Markt, in dem progressive Bildungsansätze zunehmend als wirtschaftlich verwertbar gelten, könnte die Betonung demokratischer Werte nicht mehr sein als eine PR-Maßnahme, um sich moralisch unangreifbar zu machen.
    Letztlich macht die Stellungnahme des Didacta Verbands deutlich, dass die Bildungswirtschaft keineswegs ein neutraler Akteur ist. Vielmehr nutzt sie gesellschaftliche Debatten gezielt für ihre eigenen Interessen. Die Frage bleibt: Geht es hier wirklich um Bildung als Menschenrecht – oder doch nur um Bildung als Geschäft?
    Der letzte Abschnitt in der Stellungnahme des „Didacta Verband e.V.“ verdeutlicht diesen Geist: „Wir werden die didacta 2025 nutzen, um diese Haltung meinungsfreudig und unmissverständlich in den Diskurs der Akteure des Bildungswesens einzubringen. Hierfür werden wir u.a. eine 100 Quadratmeter große Sonderausstellungsfläche nutzen, die wir unter das Messemotto ‚Demokratie braucht Bildung – Bildung braucht Demokratie‘ stellen.“
    Ein bemerkenswertes Bekenntnis – doch in welchem Verhältnis steht es zur tatsächlichen Schwerpunktsetzung der Messe? Die Gesamtfläche der diesjährigen didacta beträgt 60.000 m², während für die genannte Sonderausstellung lediglich 100 m² vorgesehen sind – also gerade einmal 0,17 % der gesamten Messefläche. Ein symbolischer Raum für ein großes Versprechen.
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