Gedenkstättenkonzeption der Bundesregierung von breiter Mehrheit des Parlaments getragen

Anlässlich der parlamentarischen Aussprache über die Fortschreibung der Gedenkstättenkonzeption der Bundesregierung am (heutigen) Donnerstag im Plenum des Deutschen Bundestages erklärte Staatsminister Bernd Neumann:

13.11.2008 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

"Ich bin sehr dankbar, dass die von mir vorgelegte Fortschreibung der Gedenkstättenkonzeption von der CDU/CSU-Fraktion, dem Koalitionspartner SPD, der FDP und von Bündnis 90/DIE GRÜNEN voll unterstützt wird. Ich möchte an dieser Stelle allen danken, die dazu beigetragen haben, dass wir die Fortschreibung auf der Basis eines großen Grundkonsens erarbeiten konnten. Für mich ist es ein wichtiges Signal für die politische Kultur unseres Parlaments und für das Demokratieverständnis in unserem Land, dass wir bei einem so schwierigen, sensiblen und emotionalen Thema Einigkeit erzielen konnten. Die Erinnerung und das Gedenken in der Bundesrepublik erhalten mit dieser Fortschreibung des Gedenkstättenkonzepts ein tragfähiges Fundament für die Zukunft. Die Bundesregierung trägt damit der historischen und moralischen Verpflichtung Deutschlands Rechnung, Verantwortung wahrzunehmen, die Aufarbeitung zu verstärken und das Gedenken zu vertiefen.

Die Geschichte Deutschlands und Europas im 20. Jahrhundert wurde durch die Schrecken und Gräuel geprägt, die unter der nationalsozialistischen Herrschaft im deutschen Namen geschehen sind. Der Vernichtungskrieg und die Menschheitsverbrechen des NS-Regimes forderten Millionen Opfer. Die historisch einzigartige Dimension des nationalsozialistischen Terrorregimes wird durch das Wissen um die Singularität des Holocausts bestimmt.

National bedeutsame Gedenkstätten, die sich der Aufarbeitung des nationalsozialistischen Terrorregimes und dem Gedenken an seine Opfer widmen, werden eine noch intensivere Förderung erfahren. Die Aufnahme der vier westdeutschen KZ-Gedenkstätten in Bergen-Belsen, Dachau, Flossenbürg und Neuengamme in die anteilige institutionelle Bundesförderung ist ein wichtiger Schritt für den Erhalt der authentischen Opferorte.

Die Aufarbeitung der SED-Diktatur und ihrer Folgen ist der zweite Schwerpunkt des Gedenkstättenkonzepts. Hier sollen die Anstrengungen deutlich verstärkt werden. Der 'Geschichtsverbund zur Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur in Deutschland' ist das Instrument, die Zusammenarbeit aller Einrichtungen zur Geschichte der SBZ und der DDR zu fördern.

Für die Realisierung des Gedenkstättenkonzepts werden in den Jahren 2008 und 2009 die Mittel um 50 Prozent auf insgesamt 35 Millionen Euro angehoben."

Die Fortschreibung der Gedenkstättenkonzeption ist unter www.kulturstaatsminister.de abrufbar.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden