"Kein herkömmlicher Preis, sondern ein Auftrag"
"Er ist ein verhinderter Lehrer" – mit diesen Worten beschrieb Prof. Dr. mult. Wassilios Fthenakis, Präsident des didacta Verbandes, den ehemaligen Fußballnationalspieler Christoph Metzelder, der am Mittwoch als "didacta Bildungsbotschafter 2014" ausgezeichnet wurde. Der Preis wird jedes Jahr an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens vergeben, die sich in besonderem Maße für Bildung, Kinder und Jugendliche engagieren. Unter den bisherigen Preisträgern befinden sich bspw. der Rockmusiker Peter Maffay, Ex-Außenminister Klaus Kinkel, die Star-Köchin Sarah Wiener oder Uwe Hück, Gesamtbetriebsratsvorsitzender und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG.
26.03.2014 Pressemeldung didacta - die Bildungsmesse"Mit dem Preis will unser Verband ein Signal setzen, dass die Verantwortung für die Bildung unserer Kinder uns alle als Gesamtgesellschaft betrifft", sagte Fthenakis. "Wir laden Persönlichkeiten ein, die diese Botschaft teilen, sie authentisch vermitteln und sich selbst einbringen." Metzelder, der im Laufe seiner Karriere mit Borussia Dortmund, Real Madrid und dem FC Schalke 04 große Erfolge errang, gründete Ende 2006 die nach ihm benannte Stiftung mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche auf ihrem schulischen und persönlichen Lebensweg zu begleiten und ihre Chancengleichheit zu sichern. Neben der Bekämpfung von Kinderarmut liegt der Stiftungsschwerpunkt auf Projekten in den Bereichen Bildung, Ausbildung und Migration.
Der Titel des Bildungsbotschafters sei für ihn "kein herkömmlicher Preis, sondern der Auftrag, mich auch künftig für Bildung einzusetzen", sagte Metzelder. "Meine Reise durch die Fußballwelt hat mir viele Vorteile gebracht. Es war für mich klar, mich mit Beginn meiner Profikarriere auch für soziale Belange einzusetzen." Aktuell liegt Metzelder das Projekt "LIFE" besonders am Herzen. Dieses bietet minderjährigen, unbegleiteten Migranten, Asylbewerbern und Flüchtigen aus Krisenregionen ein neues Zuhause und hilft ihnen bei der Organisation und Bewältigung ihres Alltags in einer fremden Umgebung. Neben der finanziellen Unterstützung solcher Einrichtungen sei es besonders wichtig, den Jugendlichen "eine Wertschätzung entgegenzubringen, die viele in ihrem bisherigen Umfeld nicht erfahren haben", erklärte Metzelder. Durch seinen Beruf komme er "schnell auf Augenhöhe – spätestens, wenn ich erzähle, dass ich mit Ronaldo im selben Team gespielt habe". Auch als Fußballer sei er stets bemüht gewesen, innerhalb der Mannschaft Verantwortung zu übernehmen und zu vermitteln. Ein verhinderter Lehrer sei er zwar nicht, dennoch stecke hinter der scherzhaft gemeinten Bezeichnung ein Körnchen Wahrheit: "Ich komme aus einem Pädagogenhaushalt – beide Eltern sind Lehrer."
Weitere Informationen zur didacta gibt es unter: www.didacta-stuttgart.de
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