Studie

Kinder in Deutschland: Soziale Kluft nimmt zu

(red/pm) "Wir müssen stärker darauf hören, wie Kinder ihre Umgebung sehen und anfangen, sie ernst zu nehmen und mit entscheiden zu lassen. Und wir müssen dafür sorgen, dass alle gemeinsam, Bürgerinitiativen, staatliche Stellen und Wirtschaft, im Sinne der Kinder zusammenarbeiten", erklärte Prof. Dr. Hans Bertram von der Humboldt Universität Berlin zur heute veröffentlichten [Studie "Starke Kinder - starke Familien. Wohlbefinden von Kindern in Städten und Gemeinden."](http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/Studie_WohlbefindenKinder.pdf)

26.07.2012 Artikel
  • © Robert Bosch Stiftung

Trotz guter Ansätze gibt es besonders in deutschen Großstädten große Unterschiede in der Lebenswelt von Kindern. Das ist das Fazit der von der Robert Bosch Stiftung in Auftrag gegebenen Studie "Starke Kinder - starke Familien. Wohlbefinden von Kindern in Städten und Gemeinden." Die soziale Kluft in Deutschland hat sich laut Studie vergrößert. Die Entwicklungschancen von Kindern und ihre Möglichkeiten, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, hängen vor allem von der Situation der Eltern, den Freunden und der Nachbarschaft ab.

Das Fazit der Experten: Deutschland braucht ganzheitliche Förderkonzepte für Kinder, insbesondere in Metropolregionen. Es genüge nicht, die Gesundheit von Kindern und ihre intellektuellen Fähigkeiten zu fördern. Vielmehr müssten Kinder als Experten für ihr Leben ernst genommen werden und mitreden dürfen. Aufgabe der Kommunen solle sein, die bereits erfolgreichen lokalen Angebote und Akteure stärker zu vernetzen.

Keine "Verlierer" aus den Kindern machen

"Denn nur starke Kinder, selbst wenn sie selbst nicht über alle Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen, die eine wissensbasierte Dienstleistungsgesellschaft erwartet, werden die Möglichkeit haben, sich in der neuen und sehr komplexen Gesellschaft auch zu behaupten und ihre Teilhabe an der gesellschaftlichen Entwicklung zu gestalten", schreiben die Autoren der Studie in ihrem Fazit.

Angesichts der demografischen Entwicklung gehe es darum, dass die familiären wie außerfamiliären Sozialisations- und Erziehungsprozesse keine "Verlierer" aus den Kindern machen. Dies sei Aufgabe der gesamten Gesellschaft, insbesondere des Nahraums, in dem sich die Kinder und Jugendlichen bewegen und der von Familie, Nachbarschaft, Schule und anderen öffentlichen Einrichtungen gebildet werde. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine solche Perspektive seien gegeben, und einzelne Ansätze hätten bereits gezeigt, dass sich ein solches Engagement auch entwickeln lässt: "Daher ist es nun angezeigt, solche Perspektiven als systematisches Element von Stadtpolitik und Politik für Kinder in den großen urbanen Metropolen zu entwickeln, in denen sich die Zukunftsfragen unserer Gesellschaft entscheiden."

Studie "Starke Kinder - starke Familien. Wohlbefinden von Kindern in Städten und Gemeinden."


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