Kinderarmut nicht länger hinnehmen

„Zur Bekämpfung der Kinderarmut in unserem Land benötigen wir einen Austausch grenzüberschreitender politischer Strategien in den Europäischen Raum hinein.“ Dies erklärte der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ, Peter Klausch, anlässlich der Eröffnung der ersten Europakonferenz der AGJ heute in Berlin.

14.11.2006 Pressemeldung Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ)

Mit der dreitägigen Europäische Konferenz zum Thema „Politik und Praxis sozialer Integration von Kindern und Jugendlichen – Zur Bedeutung nicht-formalen und informellen Lernens“ haben die Veranstalter AGJ und Eurochild verschiedenste politische Akteure aus Europa an einen Tisch bekommen. So werden am Mittwoch die Jugendministerinnen aus Großbritannien und Malta gemeinsam mit dem deutschen Staatssekretär im Jugendministerium, Gerd Hoofe, und der Vorsitzenden der Jugendministerkonferenz über Chancen nationaler und europäischer Politiken zur sozialen Integration von Kindern und Jugendlichen diskutieren.

Die Veranstalter wissen, Kinderarmut ist eines der drängensten Probleme unserer Zeit. Jüngste Studien kommen zu dem Ergebnis, dass in den meisten OECD-Staaten der Anteil der Kinder, die in Armut leben, immer mehr wächst. Eine Unicef Vergleichsstudie etwa spricht von 45 Millionen Kindern, die in Familien aufwachsen, die mit weniger als 50 Prozent des Durchschnitsseinkommens auskommen müssen. Dabei sind die akuten Problemlagen europaweit vergleichbar. „Gerade in Deutschland müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass soziale Herkunft nach wie vor über Bildungs- und damit Zukunftschancen junger Menschen entscheidet. Das können und dürfen wir nicht länger hinnehmen,“ sagte der AGJ-Geschäftsführer Peter Klausch.

Die Kinder- und Jugendhilfe könne in diesem Zusammenhang Antworten bieten. Mit ihrem breitgefächertem Lernangebot außerhalb der Schule wie in Kitas oder Sportvereinen können jungen Menschen Kompetenzen vermittelt werden, die soziale Defizite ausgleichen. „Gelernt werden sogenannte Schlüsselkompetenzen, die das Lernen selbst ermöglichen, die zur Kommunikation und Teamarbeit befähigen sowie die Persönlichkeit bilden und Menschen zum verantwortlichen Umgang mit sich selbst und anderen ausstatten,“ betonte Klausch. Über die Europakonferenz hinaus werde sich die AGJ auch im Zuge der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im nächsten Jahr für die Chancengleichheit aller Kinder und Jugendlichen einsetzen.


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