Bremen

Kulturstaatsminister Bernd Neumann eröffnet "Denkort Bunker Valentin" in Bremen

Anlässlich der Eröffnungsveranstaltung der Gedenkstätte "Denkort Bunker Valentin" am Sonntag, den 8. Mai in Bremen erklärte Kulturstaatsminister Bernd Neumann:

08.05.2011 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

"Der gigantische Rüstungswahn des Nationalsozialismus und der gnadenlose Einsatz von Menschenleben zu seiner Realisierung sind die Themen, denen der ´Denkort Bunker Valentin´ gerecht werden muss. Diesen Koloss mit Hintergrundinformationen für die Besucher zum Sprechen zu bringen, ist wichtigste Aufgabe des Projekts. Der U-Boot-Bunker Valentin war das monumentale Zentrum eines menschenverachtenden Geflechts zur Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft für die Ziele nationalsozialistischer Eroberungspolitik. Hier zeigte sich das gesamte Spektrum der Zwangsarbeit im Nationalsozialismus, was den Bunker Valentin zu einem außergewöhnlichen und lehrreichen Gedenkort macht."

"Dem Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen kommt in der deutschen Erinnerungskultur eine unvergleichlich hohe Bedeutung zu", betonte Kulturstaatsminister Bernd Neumann weiter. "Dazu hat sich die Bundesregierung mit der unter meiner Verantwortung fortgeschriebenen Gedenkstättenkonzeption von 2008 klar bekannt. Die vielseitigen Projektförderungen meines Hauses sollen eine Erinnerungslandschaft befördern, die die nationalsozialistischen Verbrechen und ihre Folgen gezielter ausleuchtet und dadurch ein facettenreiches Bild der komplexen Wirkungszusammenhänge vermittelt. Der rege Zuspruch, den diese Gedenk- und Erinnerungsprojekte erfahren, belegt, dass die Menschen auch 65 Jahre nach Kriegende ein großes Interesse an der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit haben. Ich bin sicher, dass auch der ´Denkort Bunker Valentin´ einen weiteren wichtigen Beitrag zu dieser Auseinandersetzung leisten wird."

Mit der Eröffnungsveranstaltung am Sonntag, dem 8. Mai, beginnt der provisorische Führungsbetrieb. Für die weitere Entwicklung der Gedenkstätte ist ein Zeitraum von fünf Jahren veranschlagt: Bis 2015 werden zentrale Maßnahmen wie die Einrichtung eines Besucherzentrums im Bunker und eines Wegeleitsystems im Umland, die Überarbeitung der bestehenden Ausstellung sowie die Entwicklung eines umfassenden pädagogischen Angebots finanziert. Aus dem Etat des Kulturstaatsministers wird das Projekt "Denkort Bunker Valentin" im Rahmen der Gedenkstättenkonzeption mit 1,9 Millionen Euro gefördert. Das Land Bremen stellt die gleiche Summe bereit.

Ende 1942 wurden die Planungen für den Bau einer verbunkerten U-Boot-Werft in Bremen-Farge aufgenommen. Dort sollte die Endmontage von U-Booten des neu entwickelten Typs XXI erfolgen. Vom Einsatz dieser U-Boote erhoffte sich das NS-Regime eine Wende im Kriegsverlauf. 10.000 bis 12.000 Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene oder Deportierte aus allen Teilen Europas arbeiteten unter unerträglichen Bedingungen auf der Baustelle. Mehr als 1.400 Menschen verloren dabei ihr Leben. Das Werftprojekt von riesigen Ausmaßen (400 Meter Länge, bis zu 97 Meter Breite, bis zu 33 Meter Höhe) wurde nie vollendet.

Weitere Informationen unter: www.bunkervalentin.de


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