Kultusministerin Marion Schick: "Südwesten schneidet bundesweit in vielen Bereichen gut ab"
"Das baden-württembergische Bildungssystem ist gut aufgestellt. Das zeigen einmal mehr die Ergebnisse des nationalen Bildungsberichts, in dem der Südwesten im Bundesvergleich in vielen Bereichen gut abschneidet", erklärte Kultusministerin Marion Schick am Freitag (18. Juni 2010) in Stuttgart anlässlich der veröffentlichten Zahlen des nationalen Bildungsberichts. Dass das zum Teil düster gezeichnete Bild auf Baden-Württemberg nicht zutreffe, zeige sich an der geringsten Zahl an Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verließen, wie auch an der niedrigsten Jugendarbeitslosigkeitsquote. "In beiden Bereichen erreicht Baden-Württemberg bundesweit einen Tiefststand. Diese Leistung, die von den Kindergärten, Schulen und Hochschulen im Land erbracht wurde, muss Anerkennung und Wertschätzung erfahren", hob Schick hervor.
18.06.2010 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergMit 5,6 Prozent im Jahr 2008 und mit 5,47 Prozent an Jugendlichen, die 2009 ohne Abschluss die Schule verlassen haben, hat Baden-Württemberg den niedrigsten Wert seit 25 Jahren erreicht. Kein anderes Bundesland kann hier niedrigere Zahlen vorweisen. Werden von den rund 6.800 Abgängern ohne Hauptschulabschluss die 4.276 Abgänger aus Sonderschulen herausgerechnet, von denen die meisten gar keinen Hauptschulabschluss anstrebten, beträgt die Quote der Abgänger ohne Hauptschulabschluss nur noch rund zwei Prozent. "Das ist ein beeindruckender Beleg für die begabungsgerechte Förderung und Durchlässigkeit unseres differenzierten Schulsystems in Baden-Württemberg", betonte die Kultusministerin. Bei der Klassenwiederholungsquote vom Primar- bis zum Sekundarbereich II kann Baden-Württemberg mit 1,4 Prozent gemeinsam mit Bayern ebenfalls bundesweit den niedrigsten Wert vorweisen.
Der Bildungsbericht zeigt, dass jeder sechste Jugendliche in Deutschland zwischen 20 und 30 Jahren keinen Berufsabschluss hat. Dies entspricht für das Jahr 2008 einem Anteil dieser Altersgruppe von 17,2 Prozent. Der baden-württembergische Vergleichswert liegt bei 15,7 Prozent. Als Indikator für die Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt dient die Jugendarbeitslosigkeit. Hier verzeichnet Baden-Württemberg im April 2010 mit 3,8 Prozent bundesweit die niedrigste Quote, bei einem Bundesdurchschnitt von 6,9 Prozent.
Im Bereich der Bildungsausgaben bildet der aktuelle Bildungsbericht vergleichende Zahlen aus dem Jahr 2007 ab. "Baden-Württemberg hat in der Zwischenzeit mit der 2008 auf den Weg gebrachten Qualitätsoffensive Bildung über eine halbe Milliarde Euro zusätzlich in Bildung investiert. Diese finanzielle Kraftanstrengung in einer wirtschaftlich schwierigen Situation ist bundesweit einzigartig und ein Glücksfall für unser Land", erklärte Kultusministerin Schick.
Baden-Württemberg ist das Flächenland mit dem höchsten Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund. "Um Bildungschancen für alle noch besser zu gewährleisten, werden wir die besondere individuelle Förderung von Kindern aus bildungsfernen Familien und mit Migrationshintergrund noch stärker in den Blick nehmen. Ziel muss es sein, den Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg stärker zu entkoppeln, als dies bisher der Fall ist", sagte die Ministerin und verwies in diesem Zusammenhang auf den von ihr initiierten Expertenrat, der sich in den nächsten Wochen konstituieren werde. "Das Gremium wird sich vertieft mit der Problematik auseinandersetzen und Empfehlungen erarbeiten", kündigte Schick an.
Keine Kommentare vorhanden