Scheidender KMK-Präsident

Minister Stephan Dorgerloh: 2013 war ein gutes Jahr für den Bildungsstandort Deutschland

Der Kultusminister von Sachsen-Anhalt, Stephan Dorgerloh, hat eine positive Bilanz seiner Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz 2013 gezogen:

10.01.2014 Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder

"Ich habe ein unglaublich bewegtes Jahr in der Kultusministerkonferenz erlebt. Wir haben sehr viel erreicht, was zu mehr Gemeinsamkeit unter den Ländern führt, etwa bei den Abiturstandards oder der Lehrermobilität. Das gute Abschneiden bei PISA macht deutlich, dass ein föderales System wie die Bundesrepublik Deutschland überzeugende und tragfähige Antworten auf bildungspolitische Herausforderungen geben kann. Ich freue mich insbesondere darüber, dass wir beim Thema Bildungsgerechtigkeit ein gutes Stück vorangekommen sind. Die Kultusministerkonferenz hat sich im vergangenen Jahr als unverzichtbare Institution zur Koordinierung der Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturpolitik erwiesen. Eine gemeinsame strategische Abstimmung, auf Nachhaltigkeit angelegte Prozesse und ein gewisses Durchhaltevermögen bilden die Grundlage für bildungspolitische Erfolge in der Zukunft. 2013 war ein gutes Jahr für den Bildungsstandort Deutschland."

Aufbau eines gemeinsamen Pools von Abiturprüfungsaufgaben

Die KMK hat im vergangenen Jahr die Vergleichbarkeit der Schulabschlüsse gestärkt: In der Lutherstadt Wittenberg fiel der Startschuss zum Aufbau eines ländergemeinsamen Pools von Abiturprüfungsaufgaben. "Für die Arbeit der kommenden Jahre wird der Wittenberger Beschluss wegweisend sein. Damit gewährleistet die Ländergemeinschaft die Vergleichbarkeit und hohe Qualität der Abituraufgaben auf Grundlage der Bildungsstandards", betonte Minister Dorgerloh. Der Aufgabenpool wird für den Einsatz im Abitur 2017 zur Verfügung stehen. Die KMK verfolgt dabei mehrere Ziele: Alle 16 Länder sind am Prozess aktiv beteiligt, die Qualität der Aufgaben wird erhöht und das Anforderungsniveau schrittweise angeglichen. Darüber hinaus haben die Länder die gemeinsame Grundlage zur Einführung der beschlossenen Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife ab dem Schuljahr 2014/2015 geschaffen. Die entsprechende Konzeption zur Implementation der Standards verabschiedete die KMK im Herbst in Berlin.

Kulturelle Bildung

Der Präsident hat die Kulturelle Bildung zu einem Schwerpunkt seines Präsidentschaftsjahres gewählt. "2013 ist es uns mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen und Gesprächen gelungen, dem Thema die notwendige öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Kulturelle Bildung muss zum alltäglichen Bestandteil des Lebens von Kindern werden. Sie ist unverzichtbar für die Entwicklung der Persönlichkeit, sie trägt ganz wesentlich zur Chancengerechtigkeit bei und sie ist die Voraussetzung für echte gesellschaftliche Teilhabe." KMK und Stiftung Mercator initiierten im Januar 2013 eine Konferenz, um die Kulturelle Bildung in den Schulen stärker zu verankern. Im Herbst beschloss die KMK eine "Empfehlung zur kulturellen Kinder- und Jugendbildung".

Inklusion

Der Anteil des gemeinsamen Unterrichts von behinderten und nichtbehinderten Kindern ist in den vergangenen Jahren weiter gewachsen. Inklusion ist aber eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. "Es geht darum, Einstellungen und Haltungen zu ändern, Stärken und Kompetenzen zu fördern und nicht die Belastungen zu betonen, damit Inklusion gelingt und ein Gewinn für alle wird. Dazu sind in den nächsten Jahren weitere Anstrengungen notwendig. Die Länder werden beispielsweise die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte unterstützen", betonte Minister Dorgerloh. Die Nationale Konferenz "Inklusion gestalten – gemeinsam. kompetent. professionell" im Juni in Berlin hat wichtige Impulse zur Umsetzung der Inklusion gesetzt.

Lehrerbildung und Lehrermobilität

Mit ihrer Einigung auf gleiche Zugangsbedingungen für angehende Lehrkräfte hat die KMK die Mobilität beim Einstieg in den Lehrerberuf bundesweit gefördert. Bereits für die Einstellungen zum Schuljahr 2014/15 können sich angehende Lehrerinnen und Lehrer unter den gleichen Zugangsbedingungen bewerben, unabhängig vom Land, wo sie studiert haben oder ausgebildet wurden. Für das Lehramt an Grundschulen legte die KMK fachwissenschaftliche und fachdidaktische Studieninhalte aus den Fächern Deutsch und Mathematik sowie einem weiteren Fach oder Lernbereich verbindlich fest. Da die Anforderungen an die Lehrertätigkeit teilweise unterschätzt werden, hat die KMK Empfehlungen zur Abklärung der Eignung als Lehrkraft bereits für die erste Phase der Lehrerausbildung verabschiedet.

Auslandsschulen

Das Gesetz über die Förderung Deutscher Auslandsschulen und eine Verwaltungsvereinbarung schaffen seit dem 1. Januar 2014 eine langfristig stabile Grundlage für die Auslandschularbeit. "Ich bin sehr froh, dass es uns gelungen ist, die Attraktivität deutscher Schulen im Ausland zu sichern", erklärte Stephan Dorgerloh. An 142 deutschen Auslandsschulen werden etwa 72.000 Schüler mit dem Ziel eines deutschen Schulabschlusses unterrichtet. An weiteren über 1.000 Einrichtungen wird deutschsprachiger Unterricht gefördert. Die Regelung bestätigt das Deutsche Sprachdiplom der KMK als vorrangiges Instrument der Förderung der deutschen Sprache im Ausland.

Internationale Beziehungen

Die KMK hat ihr Engagement auf internationaler und europäischer Ebene sowie im Rahmen bilateraler Beziehungen intensiviert. "Ich sehe in der internationalen Bildungszusammenarbeit eine wichtige Koordinationsaufgabe. Die Länder werden auch in Zukunft ihr ganzes politisches Gewicht einbringen, um auf internationalem Parkett ihre berechtigten Interessen durchsetzen zu können." Im Oktober besuchte eine hochrangige KMK-Delegation Israel. In einer gemeinsamen Erklärung mit der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem wurde eine umfassende Zusammenarbeit vereinbart. Ziel ist es, die junge Generation in Deutschland umfassend und altersangemessen über die Geschichte des jüdischen Vorkriegslebens in Europa sowie über den Holocaust zu informieren. "Wir wollen die Erinnerung an die Shoa auch bei künftigen Generationen wach halten und dafür sensibilisieren, dass Demokratie und Menschenrechte täglich erarbeitet und verteidigt werden müssen", betonte Stephan Dorgerloh. Der Besuch hatte große Bedeutung mit Blick auf das 50-jährige Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland im Jahre 2015.


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