Mit der Weiterentwicklung des Leitbildes "Wachsende Stadt" positioniert sich Hamburg im Wettbewerb mit Europas Metropolen

Der Senat wird das Leitbild "Metropole Hamburg - Wachsende Stadt" um eine Talentstrategie ergänzen, um die Attraktivität der Stadt für kreative und hoch qualifizierte Talente weiter zu erhöhen. So soll die erfolgreiche Entwicklung Hamburgs der letzten Jahren fortgesetzt werden.

18.12.2007 Hamburg Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Das Leitbild "Wachsende Stadt" hat das Handeln von Politik und Verwaltung Hamburgs in den letzten fünf Jahren geprägt und eine Aufbruchstimmung erzeugt. In vielen Bereichen nimmt Hamburg eine Spitzenstellung in Deutschland ein. So hat Hamburg im Vergleich mit den größten deutschen Städten in den vergangenen Jahren den höchsten Zuwachs des Pro-Kopf-Einkommens und weist neben München derzeit den stärksten Bevölkerungszuwachs auf. Die Zahl der Erwerbstätigen ist auf den höchsten Stand seit Jahren gestiegen und auch beim Akademikerzuwachs liegt Hamburg bundesweit an der Spitze.

Dieses Wachstum stellt Hamburg aber auch vor die Herausforderung, dem drohenden Fachkräftemangel frühzeitig zu begegnen. So wird für die Metropolregion Hamburg aufgrund von Wirtschaftswachstum, fortschreitender Akademisierung, Verrentung sowie natürlicher Fluktuation bis 2012 ein Bedarf von bis zu 100.000 hoch qualifizierten Fachkräften aus allen Fachrichtungen geschätzt.

Mit der jetzt beschlossenen Weiterentwicklung des Leitbilds reagiert Hamburg auch auf den fortschreitenden Wandel zu einer wissensbasierten Gesellschaft. Hamburg wird die strukturellen Voraussetzungen für einen innovativen und leistungsfähigen Technologiestandort weiter verbessern und sein besonderes Profil als kreative Metropole mit Flair erhalten und ausbauen. Zur frühzeitigen Talentgewinnung und ‑entwicklung wird Hamburg seine Hochschulen und Ausbildungseinrichtungen gezielt einsetzen. Aber auch über ihr Marketing soll die Metropole im Grünen stärker als Ort der technologischen Kompetenz, kreativen Entfaltung und kulturellen Vielfalt wahrgenommen werden.

Diese Weiterentwicklung des Leitbildes "Wachsende Stadt" ist langfristig ausgelegt und wird viele Politikbereiche - von Wirtschaft über Wissenschaft, Bildung, Integration, Kultur, Stadtentwicklung und das Marketing - berühren. Durch den heutigen Senatsbeschluss werden die Fachbehörden beauftragt, entsprechende Arbeitsaufträge im Rahmen des erweiterten Leitbildes zu erfüllen. Das politische Handeln wird so weiterhin auf ein qualitatives und quantitatives Wachstum ausgerichtet, um Hamburg im internationalen Standortwettbewerb der Regionen erfolgreich positionieren zu können.

Der Senat hat in vier Handlungsfeldern den Fahrplan zur Umsetzung der Talentstrategie festgelegt:

I. Handlungsfeld Technologie und Innovation:

Eine Stärkung der technologischen Basis ist sowohl für das Wachstum der Wirtschaft direkt als auch für die Talententwicklung und ‑gewinnung von entscheidender Bedeutung. Kreative Köpfe suchen Metropolen mit besonders hoher wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Dynamik. Der Senat wird daher die Stärkung von Technologie und Innovation in Hamburg zur Priorität machen. Dafür wird der Senat erstmals eine ressortübergreifende, von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gemeinsam getragene Innovations- und Technologiestrategie erarbeiten. Ziel ist, eine Erhöhung der FuE-Leistungen, die Identifikation und Förderung aussichtsreicher Schwerpunkte, eine Stärkung des Technologietransfers sowie eine verbesserte Wahrnehmung der technologischen Leistungsfähigkeit der Region.

II. Handlungsfeld Kultur und Kreativwirtschaft

Die Hamburger Medien- und IT-Wirtschaft nimmt im engen Zusammenspiel mit der Kulturwirtschaft eine führende Position in Deutschland ein. Hiervon gehen auch wichtige Impulse an die anderen Wirtschaftsbereiche der Stadt aus. Der Senat wird einerseits Hamburgs Potenziale im kreativ-künstlerischen Bereich im Rahmen des Cluster-Ansatzes besser erschließen. Andererseits werden kreative Viertel und Szenen die nötigen Freiräume und Förderung erhalten.

III. Handlungsfeld Talententwicklung und ‑gewinnung

Hamburg muss seine Talente frühzeitig ausbilden und gewinnen. Bereits im Kindergarten und in der Schule muss durch das Wecken von Interesse für technische Berufe einem Talentengpass entgegengewirkt werden. Darüber hinaus kommt neben der dualen Ausbildung den Hochschulen eine entscheidende Rolle als Magnet und Ausbildungsort für Talente zu, um begabte Schüler aus Hamburg und von außerhalb an Hamburg zu binden.

IV. Handlungsfeld Talentansprache

Dem absehbaren Talentengpass wird zusätzlich durch eine gezielte Anwerbung von Studierenden und Berufseinsteigern begegnet. Um die Attraktivität Hamburgs für die zumeist jungen Talente zu vermitteln, werden neue Akzente in der Außendarstellung gesetzt: Hamburgs hoher Freizeitwert, das Nachtleben und kreative Viertel sowie die wirtschaftliche und technologische Dynamik der Region werden stärker in den Mittelpunkt rücken.

Wirtschaftssenator Uldall: "Der entscheidende Faktor für das wirtschaftliche Wachstum und den Aufbau von Beschäftigung sind die Menschen. Das gilt für Wissenschaftler, die neue Entwicklungen vorantreiben, für Unternehmer und Fachkräfte, die in ihren Märkten starke Positionen entwickeln sowie für Künstler und alle Menschen, die eine liebenswerte Vielfalt des Lebens entwickeln. Hamburg muss in diesem Sinne alle Talente mobilisieren."

Wissenschaftssenator Jörg Dräger: "Die Erweiterung des Leitbildes ist eine gesamtstädtische und langfristige Aufgabe, bei der alle Behörden an einem Strang ziehen. Ohne Talente, Technologie und Toleranz kommt eine wachsende Metropole wie Hamburg nicht aus. Mit seinem heutigen Beschluss stärkt der Senat die Anziehungskraft und Innovationsfähigkeit Hamburgs im internationalen Wettbewerb."

Aus den Maßnahmen:

I. Handlungsfeld Technologie und Innovation:

  • Erarbeitung einer Innovations- und Technologiestrategie für Hamburg, die technologische Zukunftsfelder und einen Schwerpunktcluster definiert sowie Förderinstrumente enthält.

II. Handlungsfeld Kultur und Kreativwirtschaft:

  • Weiterentwicklung des Medien/IT-Clusters zur Stärkung thematischer Subcluster, Förderung der Film- und Fernsehbranche sowie zur stärkeren Nutzung der Kreativwirtschaft als Impulsgeber.
  • Identifikation potenzieller Kreativviertel und Konzept zu deren Förderung.
  • Steigerung der internationalen Präsenz der Kulturfabrik Kampnagel durch Ausweitung internationaler Koproduktionen, Intensivierung des überregionalen Marketings und Nutzung von Freiflächen.
  • Weiterentwicklung des Phoenixviertels mit der Sammlung Falckenberg und Schaffung von Atelierflächen
  • Stärkung des jungen Theaters in der Gaußstraße durch Konzept für die räumliche Zusammenführung der Theaterakademie in das Gaußstraßengelände
  • Förderkonzepte für die freie Kunstszene und die freie Musikszene

III. Handlungsfeld Talententwicklung und ‑gewinnung:

  • Schul- und Kindergartenförderung: Entwicklung von Maßnahmen, um mehr Interesse für Technik und Naturwissenschaft zu wecken und Bildungspotenziale zu erschließen.
  • Zielgruppengerechter Ausbau und Nutzung der Master-Studienplätze.
  • Förderung des unternehmerischen Denkens und Vermittlung von Schlüsselqualifikationen für Unternehmensführung und -gründung im Studium.
  • Förderung von Unternehmensgründungen aus den Hochschulen durch hochschulnahe Gründerberatung und Bereitstellung von Gründerflächen an den Hochschulen.
  • Masterplan Zentralcampus: Konzept zur baulichen Gestaltung des Campus Von-Melle-Park und Campus Bundesstraße

IV. Handlungsfeld Talentansprache:

  • Übergreifendes Talentstadtmarketing:
    • allgemein durch Darstellung Hamburgs als innovative und dynamische sowie lebendige, urbane und lebenswerte Metropole;
    • spezifisch durch nach Talentzielgruppen differenzierte Kommunikationsstrategien;
    • Erfolgskontrolle der Maßnahmen.
  • Vermarktung des Luftfahrtclusters zur Darstellung des Technologie- und Innovationsstandortes Hamburg.
  • Akquisition oder Ausbau nationaler und internationaler Schüler- und Studierendenwettbewerbe.
  • Bewerbung um die Universiade 2015

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