Mit Twitter zum Abschluss: Großes Potenzial für Soziale Medien in der beruflichen Weiterbildung
Viele Internetnutzer verbinden das Web 2.0 ausschließlich mit Unterhaltung via YouTube, Facebook und Twitter. Weitgehend unbekannt ist, dass diese Anwendungen auch gezielt in der Weiterbildung eingesetzt werden können. Die MFG Baden-Württemberg und Partner haben nun untersucht, inwieweit Bildungseinrichtungen das Web 2.0 bereits aktiv nutzen und unter welchen Voraussetzungen sie diese Anwendungen in ihr Kursangebot integrieren.
23.08.2010 Pressemeldung Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbHUm mehr über den Bedarf und Barrieren in der Anwendung von Web 2.0 in der beruflichen Weiterbildung zu erfahren, hat die MFG Baden-Württemberg, Innovationsagentur des Landes für IT und Medien, gemeinsam mit europäischen Partnern Regionalanalysen in Baden-Württemberg und vier weiteren europäischen Regionen durchgeführt. Wichtigstes Ergebnis der Analyse: Die Weiterbildungsinstitutionen sind sich über den Nutzen von Web 2.0 bewusst. Der tatsächliche Einsatz scheitert oft jedoch an institutionellen und kulturellen Barrieren, wie zum Beispiel eine zu geringe Akzeptanz der Trainer sowie der Managementebene, Web-2.0-Anwendungen tatsächlich in Kurssysteme zu integrieren.
Anschauliche Praxisbeispiele fehlen
Aktuell nutzt der Großteil der befragten Institutionen Social-Media-Instrumente wie Podcasts, Twitter oder soziale Netzwerke für Marketingzwecke. Nur wenige setzen Web-2.0-Technologien in geschlossenen Lernplattformen ein. Zum einen ist dies auf das fehlende Wissen zurückzuführen, wie Social Media zielgerichtet eingesetzt werden kann. Zum anderen mangelt es vielen Institutionen immer noch an einem praktikablen, einfachen kollaborativen Lernsystem, mit dem sie entsprechende Kurse anbieten können. Zahlreiche Trainer und Manager der Erwachsenenbildung sind zudem unsicher, wie sich die neuen Web-2.0-Technologien optimal in ihr Kurssystem integrieren lassen. Hier fehlt es an Fallbeispielen, die den Institutionen mögliche Web-2.0-Anwendungsfelder in der Weiterbildung veranschaulichen.
Trainer von Vorteilen des Web 2.0 überzeugt
Aber die Regionalanalysen machen auch deutlich: Trotz aller Unsicherheit sind Manager und Trainer davon überzeugt, der Einsatz von Social Media biete ihnen viele Vorteile. So können mittels des Einsatzes von Web 2.0 kleine flexible Lerneinheiten z. B. als Podcast oder Lernvideo angeboten werden. Das ermöglicht eine interaktive Gestaltung des Unterrichts und berücksichtigt stärker die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Lernenden. Ebenso erachten die Befragten es als sehr wichtig, mithilfe der neuen Technologien den aktiven Wissensaustausch zwischen den Lernenden zu fördern.
Die Regionalanalysen wurden im Rahmen des Medienkompetenzprojekts SVEA durchgeführt. Insgesamt wurden 60 Bildungsanbieter aus 5 europäischen Partnerregionen zu ihrem Umgang mit Web-2.0-Anwendungen in der Weiterbildung befragt. Das Projekt SVEA wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des Förderprogramms Lebenslanges Lernen kofinanziert. Basierend auf den Ergebnissen der Analysen erstellt die MFG gemeinsam mit ihren Partnern zudem ein umfangreiches Trainingsprogramm, das Dozenten der Erwachsenenbildung in der Nutzung von Social Media schult. Parallel dazu erhalten sie die Möglichkeit, neue Lehrmethoden auf einer eigens entwickelten Online-Plattform zu testen. Das Trainingsprogramm wird ab Anfang 2011 erhältlich sein.
Die Zusammenfassung zum "Einsatz von Web 2.0 in der Berufs- und Erwachsenenbildung in Baden-Württemberg" steht hier zum Download bereit: bit.ly/dlOZB0
Weiterführende Links:
www.svea-project.eu
www.twitter.com/SVEAproject
www.slideshare.net/group/svea
eacea.ec.europa.eu/llp/index_en.php
Über SVEA
Das von der MFG Baden-Württemberg geleitete europäische Projekt SVEA zielt auf die Stärkung der Web-2.0-Kenntnisse von Trainern in der beruflichen Weiterbildung und der Erwachsenenbildung ab. Mittels eines Web-2.0-Trainingsprogramms werden Trainer dazu befähigt, Web-2.0-Instrumente stärker in ihre Kursangebote zu integrieren. Auf einer speziell im Rahmen von SVEA entwickelten Online-Plattform werden die Trainer zudem die Möglichkeit haben, Web-2.0-Anwendungen gezielt zu testen und weitere Informationen zu neuen Lehrmethoden erhalten. SVEA ist ein von der Europäischen Kommission im Rahmen des Förderprogramms Lebenslanges Lernen kofinanziertes und auf zwei Jahre angelegtes Projekt. Projektpartner sind neben der MFG als Projektkoordinator vier europäische Institutionen: CSP Innovazione nelle ICT aus Italien, EuroPACE aus Belgien, FUNDECYT aus Spanien und Coleg Sir Gâr aus Wales.
Über die MFG Baden-Württemberg
Als Innovationsagentur des Landes für IT und Medien stärkt die MFG Baden-Württemberg seit 1995 den IT-, Medien- und Kreativstandort Baden-Württemberg. Sie verbessert die landesweite Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit u. a. durch die Förderung regionaler, nationaler und internationaler Kooperationen. Im Mittelpunkt steht die Unterstützung von erfolgreichem Unternehmertum besonders in kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie deren Vernetzung mit anwendungsnaher Forschung und öffentlichen Förderprogrammen.
Diese Presseinformation finden Sie auch auf www.doit-online.de/presse und www.mfg-innovation.de.
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