Nordrhein-Westfalen

Nicht vom Kurs abkommen! In Bildung investieren!

Angesichts der bei den Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen in NRW ausgelösten Debatte um mögliche Einsparungen in der nächsten Legislaturperiode mahnt die GEW, den politischen Kurs der letzten Jahre "Kein Kind zurück lassen! In Bildung investieren!" nicht aufzugeben. Vom Ziel des Dresdner Bildungsgipfels 2008, die Investitionen für Bildung und Forschung bis 2015 auf 10% des Bruttoinlandsproduktes (7% für Bildung und 3% für Forschung) anzuheben, sei NRW noch weit entfernt.

04.06.2012 Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

"Bisher war vereinbart, den Bildungsbereich von Kürzungen auszunehmen. Das scheint nicht mehr unumstritten", erklärte GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer am Montag in Essen. Sollte die aus GEW-Sicht notwendige Investitionshöhe bis 2015 auch nur annähernd erreicht werden, seien Kürzungen der falsche Ansatz.

Schulen hätten, so Schäfer, in den kommenden Jahren große Herausforderungen zu bewältigen. "Für den Aufbau der Sekundarschulen, für Inklusion mit ausreichenden Ressourcen, für kleinere Klassen, für den Ausbau des Ganztags braucht man ausreichend Lehrerinnen und Lehrer", forderte die GEW-Landesvorsitzende. Diese Aufgaben sollten bisher mit den sogenannten Demografiegewinnen bewältigt werden. Laut Schäfer reiche dies aber noch nicht aus: "Wir brauchen eine Ausweitung der Investitionen im Bildungsbereich Schule und das nicht nur jetzt, sondern mit einer gesicherten Perspektive bis zum Ende der Legislaturperiode 2017."

Aber auch in den anderen Bildungsbereichen wie bei der frühkindlichen Bildung sieht die GEW großen Finanzbedarf. Die GEW fordert von den künftigen Landesregierung beim bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagesbetreuung und bei der Novellierung des Kinderbildungsgesetzes verstärkt auf Qualität zu setzen. Schäfer wörtlich: "Bei der KiBiz-Reform müssen die Proportionen stimmen! Bessere Bildung und Betreuung für die Kleinen, bessere Arbeitsbedingungen für die Erzieherinnen." Notfalls müsse die Ausweitung der Beitragsfreiheit für das zweite Kita-Jahr warten.

Für die Weiterbildung und für die Hochschulen habe es in der letzten Legislaturperiode eine Aufstockung der Finanzmittel gegeben. Dennoch müssten weitere Anstrengungen unternommen werden, betonte Schäfer: "An den Hochschulen brauchen wir Exzellenz nicht nur in der Spitze, sondern vor allem auch in der Breite, gerade für die Lehre." Dazu müssten die Personalschlüssel verbessert, prekäre Beschäftigung abgebaut werden.


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