Regierung: Bürgerschaftliches Engagement bei Gebildeten höher

(hib/VOM) Ein freiwilliges bürgerschaftliches Engagement ist überwiegend bei Menschen mit hohem Bildungsniveau, hohem Einkommen und guter persönlicher wirtschaftlicher Lage, hoher Kirchenbindung und einem großen Freundes- und Bekanntenkreis anzutreffen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung ([16/4256](http://dip.bundestag.de/btd/16/042/1604256.pdf)) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion ([16/3924](http://dip.bundestag.de/btd/16/039/1603924.pdf)) zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements hervor.

09.02.2007 Pressemeldung Deutscher Bundestag

Auch wer in einem größeren Haushalt lebt, seinen Wohnsitz in den alten Bundesländern hat, erwerbstätig und männlich ist, engagiere sich häufiger für die Gesellschaft. Diese Einzelmerkmale hingen oft miteinander zusammen. So seien Männer öfter erwerbstätig, und in den neuen Ländern sowie bei Migranten seien die Einkommen meist niedriger. Menschen mit höherer Bildung hätten höhere Einkommen, zeigten ein höheres Engagement und ein stärkeres politisches Interesse. Die Erklärungskraft des Haushaltseinkommens sei allerdings zwischen 1999 und 2004 gesunken, während die Bedeutung des Bildungsstatus zugenommen habe, schreibt die Regierung.

Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, waren im Jahr 2004 in der Gruppe der Erwerbstätigen 40 Prozent freiwillig engagiert (1999: 38 Prozent), bei den Arbeitslosen 27 Prozent (23 Prozent). Der Anteil freiwillig engagierter bei Hausfrauen und Hausmännern liege bei 37 Prozent (38 Prozent). In der Gruppe der Schüler, Auszubildenden und Studenten hätten sich 38 Prozent (37 Prozent) freiwillig engagiert. Wie bei den Arbeitslosen sei auch bei den Rentnern und Pensionären der Anteil freiwillig engagierter gegenüber 1999 von 24 auf 28 Prozent gestiegen. Die verschiedenen Formen der Förderung bürgerschaftlichen Engagements im Steuerrecht, im Sozial- und im Arbeitsrecht seien als Anreize zu freiwilligem Engagement gedacht. Diese könnten im Steuerrecht aber nur gegeben werden, wenn die Betroffenen steuerpflichtige Einkünfte erzielen.

Die ehrenamtlich Engagierten wünschen nach Angaben der Regierung eine bessere "Anerkennungskultur". Unterstützung könnten sie etwa durch die Mitwirkung von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in verschiedenen Projekten und Initiativen finden.

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