Nordrhein-Westfalen

Statistisches Jahrbuch Nordrhein-Westfalen 2010 erschienen

(IT.NRW). Zum Jahresabschluss hat Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt die aktuelle Ausgabe 2010 des Statistischen Jahrbuchs für Nordrhein- Westfalen herausgebracht. Das informative Nachschlagewerk bietet mit seiner Themenvielfalt einen tiefen Einblick in die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse in NRW.

29.11.2010 Pressemeldung Information und Technik Nordrhein-Westfalen

Bestellen kann man das Statistische Jahrbuch Nordrhein-Westfalen 2010 über den Online-Publikationsservice von IT.NRW (webshop.it.nrw.de) oder per Post (IT.NRW, Mauerstr. 51, 40476 Düsseldorf), der Preis beträgt 39 Euro. Es steht auch als kostenloser Download im Publikationsservice zur Verfügung.

Das Jahrbuch informiert u. a. über den boomenden Hochschulstandort Nordrhein-Westfalen: Im Wintersemester (WS) 2009/10 waren 502 279 Studentinnen und Studenten an den 67 Hochschulen in Nordrhein-Westfalen eingeschrieben. Damit stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent. Im Verlauf der vergangenen zehn Jahre unterlag die Zahl der Studentinnen und Studenten Schwankungen. Im Jahre 2000 war ihre Zahl unwesentlich geringer als im Wintersemester 2009/10; in den Folgejahren stieg sie zunächst an. Mit 521 630 Studentinnen und Studenten erreichte die Zahl der Studierenden in Nordrhein-Westfalen im Wintersemester 2003/04 ihren bisherigen Höchststand. Im Jahre 2004 wurde das Studienkontenmodell an staatlichen Hochschulen eingeführt, das Studiengebühren für Langzeitstudierende vorsah. Im darauf folgenden Wintersemester 2004/05 ging die Zahl der Hochschüler/-innen um etwa 63 291 auf 458 339 zurück. Im Jahre 2006 erhielten die staatlichen Hochschulen qua Gesetz die Möglichkeit, für Erstsemestler/-innen ab dem Wintersemester 2006/07 und für alle Studierenden ab dem Sommersemester 2007 Studienbeiträge von maximal 500 Euro pro Semester zu erheben. Dadurch wurde das Studienkontenmodell hinfällig. Die Zahl der Eingeschriebenen sank im Wintersemester 2006/07, nachdem sie im WS 2005/06 angestiegen war.

Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein Studium: Im Studienjahr 2009 waren in NRW 90 827 Studenten erstmalig an einer Hochschule in Deutschland eingeschrieben. Das waren 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr. In Anbetracht der steigenden Zahl von Schulabsolventen mit Abitur und Fachhochschulreife ist auch in den kommenden Jahren mit einer zunehmenden Nachfrage nach Studienplätzen zu rechnen. Hinzu kommt ein Sondereffekt im Jahre 2013, in dem die letzten Abiturienten des 9-jährigen und die ersten des 8-jährigen Gymnasiums gleichzeitig die Schule verlassen werden, womit die Zahl der potentiellen Studienanfänger/-innen sprunghaft ansteigen wird.

Zugenommen hat in den vergangenen Jahren die Zahl der Hochschulabsolventen. Verließen im Prüfungsjahr 2000 noch knapp 43 199 Studierende die Hochschulen mit einem bestandenen Examen, so waren es im Prüfungsjahr 2009 bereits 68 222. Diese Entwicklung ist zum einen auf die stark besetzten Studienanfängerjahrgänge 2002 bis 2005 zurückzuführen. Zum anderen ergeben sich durch die im Bologna-Prozess eingeführten neuen Studiengänge zwei Effekte: Die ersten Absolventen der Bachelor-Studiengänge haben nun in der Regel bereits nach drei Studienjahren einen Hochschulabschluss erwerben können, zudem können sie mit dem Master relativ zeitnah ein zweites Studium abschließen.

Nach wie vor war der überwiegende Teil der Studierenden (70 Prozent) an den Universitäten des Landes eingeschrieben. An zweiter Stelle stehen die Fachhochschulen, an denen im WS 2009/10 weitere 27 Prozent studierten. Die restlichen drei Prozent verteilten sich auf die Verwaltungsfachhochschulen, die Kunsthochschulen und die theologischen Hochschulen. Betrachtet man die Entwicklung über die letzten neun Jahre seit dem WS 2000/01, so lässt sich feststellen, dass die Fachhochschulen fast durchweg steigende Studierendenzahlen aufweisen. Ihr Anteil an allen Studierenden stieg in diesem Zeitraum um mehr als acht Prozentpunkte. Die hohen Wachstumsraten sind insbesondere bei Fachhochschulen in privater Trägerschaft festzustellen. Im betrachteten Zeitraum hat sich hier die Zahl der Studenten verfünffacht.

Nach dem Studium bildet der Abschluss einer Promotion die Grundlage für jede weitere Hochschulkarriere. Hier haben Frauen in den letzten Jahren besonders deutliche Anteilsgewinne verzeichnen können: Während 1999 knapp ein Drittel der erfolgreich abgelegten Promotionsverfahren von Frauen absolviert wurden, lag der Frauenanteil im Jahr 2009 bei 42,1 Prozent. Ebenfalls lässt sich ein steigender Anteil habilitierter Frauen feststellen. Genau ein Viertel der Verfahren wurde von Frauen abgeschlossen. Im Vergleich zu 1999 ist ihr Anteil damit um 9,3 Prozentpunkte gestiegen. Eine Habilitation stellt klassischerweise den nächsten Schritt auf dem Weg zur Professur dar. Seit dem Jahre 2004 gibt es die Möglichkeit, im Rahmen einer sog. Juniorprofessur eine ordentliche Professur ohne Habilitationsverfahren zu erlangen. 34,6 Prozent der Juniorprofessuren waren von Frauen besetzt. (IT.NRW)


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