Tarifverhandlungen für Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen-Anhalt: Abbruch ohne Ergebnis

"Wir bedauern, dass die Landesregierung auf unser Bemühen, den Arbeitsplatzsicherungstarifvertrag für Lehrkräfte zu retten, mit einem unzumutbaren Angebot reagiert hat", sagte nach fast sechsstündiger Verhandlung GEW-Landeschef Thomas Lippmann am Abend des 12. März.

13.03.2007 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt

Die GEW und die DBB-Tarifunion hatten die Landesregierung zu Nachverhandlungen des seit 2003 gültigen Tarifvertrages aufgefordert, nachdem klar geworden war, dass mit der derzeit gültigen Berechnungsmethode für die Arbeitszeit der Lehrkräfte die Unterrichtsversorgung und die derzeit bestehenden Förderangebote an den Grund- und Förderschulen nicht gewährleistet werden können.

An den Sekundarschulen und Gymnasien wäre es zu Absenkungen der Arbeitszeit und damit der Gehälter von 10 bis 15 Prozent gekommen, die die Gewerkschaften für sozial unverträglich halten.

Mit dem letzten Arbeitgeberangebot sollten die reduzierten Arbeitszeiten und Gehälter, insbesondere für die Sekundarschulen und die Gymnasien, weit über die Laufzeit des geltenden Tarifvertrages hinaus konserviert werden. "15 Jahre Teilzeitbeschäftigung sind genug", sagte Lippmann. Die Beschäftigten hätten damit ihren Beitrag zur Bewältigung des katastrophalen Schülerrückgangs geleistet. Die Einkommensschere zwischen den teilzeitarbeitenden Angestellten und den vollzeitarbeitenden Beamten drohte sich noch weiter zu öffnen.

Die Vorschläge der GEW hatten neben der sozialen Absicherung zum Ziel, bessere pädagogische Angebote zu machen und eine Fortbildungsoffensive für die Lehrerinnen und Lehrer zu starten.

Die GEW wird in den nächsten Tagen ihre Satzungsgremien zur Beratung zusammenrufen, um die jetzt offene Zukunft des Tarifvertrages zu beraten. Der Tarifvertrag ist frühestens zum Schuljahresbeginn 2008 kündbar.

"Wenn die Landesregierung mit einem verhandelbaren Vorschlag an uns herantreten sollte, werden wir ihn selbstverständlich auch prüfen," sagte Lippmann.

Information:

Der Arbeitsplatzsicherungstarifvertrag für die Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt gilt für die ca. 13.000 angestellten Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen. Er sieht eine Reduzierung von Arbeitszeit und Vergütung gegen Kündigungsschutz vor. Er schloss sich an eine Teilzeitvereinbarung von 1992 und einen ähnlichen Tarifvertrag von 1997 an.

Ansprechpartner

GEW Sachsen-Anhalt

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