VBE: Was genau ist ein "Erziehungscamp" à la NRW?

"Dass ein `Erziehungscamp` à la NRW nicht so aussehen soll wie in den USA, haben wir inzwischen mehrmals gehört. Uns fehlt aber noch die detaillierte Beschreibung, was es denn nun genau sein soll."

08.01.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft VBE NRW, Udo Beckmann, fordert deshalb die Landesregierung auf, die entsprechende Definition des Begriffs nachzuliefern. "Normalerweise steht die Definition zwar vor der Diskussion, aber diese Reihenfolge lässt sich jetzt nicht mehr einhalten", so Beckmann. "Der VBE erwartet deshalb von der Landesregierung, dass sie einige Fragen beantwortet."

Handelt es sich bei einem "Erziehungscamp" um eine offene, halboffene oder geschlossene Einrichtung?

Welche Professionen sollen in einem Erziehungscamp mit welchen Zielen und welchen Jugendlichen arbeiten? Welche Personalressourcen werden dafür zusätzlich zur Verfügung gestellt?

Wie unterscheiden sich "Erziehungscamps" von den Erziehungseinrichtungen, von denen die Landesregierung in ihren Veröffentlichungen immer wieder spricht?

Wie genau sieht das Konzept aus, das sich hinter einem "Erziehungscamp" verbirgt? Welchen Stellenwert sollen "Erziehungscamps" im Gesamtkonzept der Landesregierung zur Prävention von Jugendgewalt und Jugendkriminalität haben?

"Wenn es zutrifft, dass hierzulande in Erziehungscamps nicht wie in den USA mit militärischem Drill gearbeitet werden soll, um den Willen der Jugendlichen zu brechen, sollte die Landesregierung auch auf diesen Begriff verzichten", so Beckmann. "Alles andere trägt nur zur Verwirrung der Öffentlichkeit bei und weckt falsche Assoziationen."


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