Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Fast ein Drittel der Mütter mit minderjährigen Kindern ist nicht berufstätig

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, der größten amtlichen Haushaltsbefragung in Deutschland, lebten im Jahr 2007 in Baden-Württemberg rund 1,2 Millionen Mütter und 1 Mill. Väter mit Kindern unter 18 Jahren. Wie die Daten belegen, schränken sich nach wie vor Mütter sehr viel stärker bei der Ausübung eines Berufs ein als Väter. Von allen Müttern mit Kindern unter 18 Jahren sind gut 68 Prozent (785 000) berufstätig1), mit knapp 32 Prozent (365 000) ist fast ein Drittel der Mütter mit minderjährigen Kindern nicht erwerbstätig. Demgegenüber sind von den Vätern 95 Prozent berufstätig, nur eine kleine Minderheit von 5 Prozent geht keiner Erwerbstätigkeit nach.

22.07.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Auch die Gruppen der berufstätigen Mütter und Väter weisen deutliche Unterschiede auf, die darauf hinweisen, dass ungeachtet aller gesellschaftlichen Umbrüche und veränderter Rollenbilder es vor allem die Frauen sind, die sich beruflich einschränken, sobald Kinder da sind. So sind unter den erwerbstätigen Müttern ca. 12 Prozent wegen Mutterschutz, Elternzeit etc. vorübergehend beurlaubt, von den Männern sind es 6 Prozent (58 000). Von den Müttern mit minderjährigen Kindern, die sich aktiv am Berufsleben beteiligen, arbeitet die überwiegende Mehrheit (knapp 77 Prozent) in Teilzeit. Bei den Vätern hingegen stellt Teilzeitarbeit mit gut 3 Prozent eher die Ausnahme dar.

Bei den Teilzeit arbeitenden Männern handelt es sich kaum um Männer, die zugunsten der Kinderbetreuung oder anderer familärer Pflichten ihre Arbeitszeit reduziert haben. Diese Gründe spielen bei Vätern quantitativ keine Rolle. Mit 40 Prozent ist ein großer Anteil der teilzeitbschäftigten Männer unfreiwillig in dieser Situation, weil eine Vollzeittätigkeit nicht zu finden war. Von den Müttern hingegen werden überwiegend (zu rund 90 Prozent) familiäre Gründe für die Teilzeittätigkeit genannt.


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