Weltdiabetestag am 14.11.2007: Hamburg bündelt Kräfte im Kampf gegen Diabetes bei Kindern und Jugendlichen und schafft die Grundlagen für ein Norddeutsches Stoffwechselzentrum

Wissenschaftssenator Jörg Dräger konnte heute gemeinsam mit Vertretern der Asklepios-Kliniken Hamburg GmbH, des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) sowie den leitenden Wissenschaftlern, Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrike Beisiegel (UKE) und Herrn Prof. Dr. Dirk Müller-Wieland (Asklepios Klinik St. Georg) den offiziellen Start für das Projekt LIDIA/NORDES bekanntgeben. Hamburg schafft damit die Grundlage für ein Norddeutsches Stoffwechselzentrum mit dem Ziel, vor allem bei Kindern und Jugendlichen spezifische Diabetesrisiken wesentlich genauer als bislang erkennen zu können.

14.11.2007 Hamburg Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Millionen Menschen leiden in Deutschland an Diabetes mellitus Typ II, die Zahlen steigen weiter stark an. Bereits Kinder und Jugendliche sind zunehmend betroffen. Die meisten dieser Patienten versterben frühzeitig an Herzinfarkt oder Schlaganfall. Diabetes ist in Deutschland aber auch die häufigste Ursache für den Verlust des Augenlichtes oder einer unteren Extremität durch Amputation. Damit ist der Typ II Diabetes eines der wichtigsten Gesundheitsthemen in Deutschland und einer der Kernpunkte der Roadmap für das Gesundheitsforschungsprogramm der Bundesregierung.

Das zunächst auf drei Jahre angelegte gemeinsame Forschungsprojekt der Asklepios-Kliniken Hamburg und des UKE zum Thema Diabetes II hat einen finanziellen Gesamtumfang von rund 3,5 Mio. Euro (1,6 Mio. Euro Anteil Asklepios, 1,9 Mio. Euro Anteil UKE, davon 600 T Euro Zuschuss aus Mitteln der FHH für die Lebenswissenschaften). Das Projekt befasst sich im ersten Teil "Lipide und Diabetes/LIDIA" mit der Erforschung von Zusammenhängen zwischen Fettstoffwechsel/Adipositas, Insulinresistenz und der Ausbildung von Diabetes Typ II. Ziel ist es dabei, vor allem bei Kindern und Jugendlichen spezifische Diabetesrisiken wesentlich genauer als bislang zu erkennen, um so rechtzeitig mit der Prävention beginnen zu können. Auch Ansätze für künftige Therapien sollen erforscht werden. Kurzfristig ist hierzu auch eine Kooperation mit dem am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein tätigen Diabetesexperten Prof. Dr. Hendrik Lehnert geplant.

Nach dem Vorbild des seit 2005 erfolgreich arbeitenden länderübergreifenden Bildgebungsprojekts Molecular Imaging North in Kooperation mit Philips wird auch bei diesem Vorhaben eine Verwertung der Ergebnisse und eine dauerhafte Vernetzung der Akteure im Rahmen einer Ausgründung angestrebt. Diese soll den Namen "Norddeutsches Stoffwechselzentrum/NORDES" tragen. Bei der spätestens für 2010 geplanten Ausgründung soll mit der forschenden Pharmaindustrie zusammengearbeitet werden.

Wissenschaftssenator Jörg Dräger: Mit dem Projekt LIDIA/NORDES legen wir heute den Grundstein für ein Netzwerk zwischen der Wissenschaft und der Industrie zum Thema Diabetes in der Region Norddeutschland. Das von der Norddeutschen Life Science Agentur Norgenta mit initiierte Projekt kann ich zu einem in Deutschland einzigartigen Zentrum für Stoffwechselkrankheiten entwickeln. Besonders freue ich mich über die Kooperation zwischen den Asklepios Kliniken und dem UKE.

Peter Oberreuter, designierter Sprecher der Geschäftsführung der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH: "Wir unterstützen dieses Projekt, weil die meisten Hamburger Krankenhauspatienten, die Diabetes haben, in einer unserer Kliniken liegen, Hinzu kommt, dass Prof. Müller-Wieland als eine der internationalen Kapazitäten auf diesem Gebiet, die Universität verlassen hat, um im von Asklepios finanzierten Forschungsumfeld seine Arbeit entscheidend voranzutreiben. Da folglich niemand in der Hansestadt mehr Möglichkeiten hat, den betroffenen Hamburger Bürgern zu helfen, übernehmen wir selbstverständlich zusammen mit Prof. Müller-Wielands Arbeit die Verantwortung, diesen Menschen durch weitere Forschung zu helfen."

Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus, Dekan der Medizinischen Fakultät und Vorstandsmitglied des UKE: "Die Zielperspektive des Projektes ist hoch ambitioniert: Die Besorgnis erregende Entwicklung der Häufigkeit von Diabeteserkrankungen verlangt innovative Ansätze. Diese sind dann besonders aussichtsreich, wenn schon früh in der Entwicklung Maßnahmen ergriffen werden. Insofern ist es konsequent, dass das Projekt Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt stellt. Die Aufgabe verlangt die Bündelung von Kräften. Dies geschieht in dem Projekt vorbildlich: einerseits durch Verbindung der Forschungskompetenz am UKE und am UKSH in Lübeck, andererseits durch die Kooperation des Instituts für Biochemie und Molekularbiologie II mit der Asklepios Klinik St. Georg. Aus diesem Grund hat sich die Medizinische Fakultät trotz begrenzter Mittel gern entschlossen, einen erheblichen finanziellen Beitrag zu diesem Vorhaben zu leisten."


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