Wille zur Freiheit hat über totalitäres System gesiegt

Heute stellte Bayerns Kultusstaatssekretär Bernd Sibler gemeinsam mit dem Direktor der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, Dr. Peter März, und Prof. Dr. Hans-Peter Schwarz in München die neue Publikation "Die Bundesrepublik Deutschland. Eine Bilanz nach 60 Jahren" vor.

07.10.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Der Tag für die Präsentation war gut gewählt, geht es doch in der Publikation auch um die Aufarbeitung von Jubiläen - von erfreulichen und unerfreulichen - und an beiden ist die jüngste deutsche Geschichte reich.

Am 7. Oktober 1949 jedenfalls war die DDR konstituiert worden und 40 Jahre später konnte das SED-Regime gerade noch ein Jubiläum feiern, bevor Tage später die Mauer fiel und die Menschen im zweiten Teil Deutschlands ihre Freiheit nach gut 40 Jahren SED-Herrschaft genießen durften. Die Zeit der "NVA im preußischen Gleichschritt", so Staatssekretär Sibler bei der Präsentation, war damit vorüber. In der "Demonstrationskultur in der sächsischen Metropole Leipzig" kam der neue Willen nach Freiheit und Selbstbestimmung der Menschen in der DDR selbst zum Ausdruck und hat sich durchgesetzt, erinnerte der Staatssekretär an die konkrete Situation der Wende von 1989.

Staatssekretär Sibler hofft, dass die neue Publikation einen wichtigen Beitrag leistet, die Menschen mit den Grundlagen der Demokratie vertraut zu machen. Politik ohne Geschichte ist für den Kultusstaatssekretär nämlich wie Medizin ohne Anatomie.

Im kommenden Jahr sind es 60 Jahre deutscher Geschichte, einer Geschichte, in der die Anziehungskraft der Demokratie nach der klassischen Magnettheorie die totalitäre Herrschaft zu überwinden half. Für Bernd Sibler steht fest: "Die politische Bildung hat die Pflicht, zum anstehenden 60. Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland darzulegen, mit welch vielfältigen Abläufen, Prozessen, Themen, Fragestellungen und Problemen diese konfrontiert war und über welch große Lösungskapazitäten sie verfügte". Diesem Anspruch will die Publikation gerecht werden.

Dabei spielen die Jubiläen natürlich nur eine untergeordnete Rolle: 1948 Parlamentarischer Rat, 1949 Grundgesetz, 1989 Fall der Mauer. An der Aufsatzsammlung, die der ausgewiesene Kenner der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte Hans-Peter Schwarz koordiniert hat, haben renommierte Historiker mitgewirkt. Sie spannt einen Bogen von der Besatzungszeit über die Gründung der beiden deutschen Staaten, deren Entwicklung bis hin zur Wiedervereinigung und bis 2008. Dabei geben die Autoren nicht nur einen historischen Überblick, sondern sie leisten auch eine Analyse zu vielen Themenfeldern wie der Industrieentwicklung, dem Sozialstaat, der Rolle der Kirchen und dem Wandel im Selbstverständnis und der Rolle der Frauen.


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