Ahnen: 56 weitere Schulen ergänzen rheinland-pfälzisches Ganztagsschulnetz

56 Schulen haben grünes Licht für den Start als Ganztagsschule in Angebotsform zum Schuljahr 2006/2007 erhalten. Sie haben beim Anmeldeverfahren die notwendigen Mindestteilnehmerzahlen zum großen Teil weit überschritten. Damit werden sie vom kommenden Schuljahr an, zusammen mit den bereits bestehenden 304 Ganztagsschulen in Angebotsform, ein pädagogisches Ganztagsangebot an vier Tagen von 8 bis 16 Uhr vorhalten. "Mit diesen 56 Schulen bauen wir unser Konzept eines flächendeckenden und bedarfsorientierten Ganztagsschulangebots in Rheinland-Pfalz weiter aus", erklärte Bildungsministerin Doris Ahnen.

20.03.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Seit 2001 waren bis zum Schuljahr 2005/2006 bereits 304 Ganztagsschulen in Angebotsform neu errichtet worden. Damit hatte die Landesregierung eigentlich das für die Legislaturperiode vorgesehene Ziel an 300 zusätzlichen Ganztagsschulen erreicht. "Das anhaltend hohe Interesse vieler Schulträger und Schulen an der Einrichtung eines Ganztagsangebots hatte uns dazu veranlasst, eine zusätzliche Antragsrunde für das Schuljahr 2006/2007 vorzusehen", erläuterte Doris Ahnen.

Zum 1.8.2006 werden nun 28 Grundschulen, 9 Hauptschulen, 4 Regionale Schulen, 2 Duale Oberschulen, 3 Realschulen, 6 Gymnasien und 4 Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen als neue Ganztagsschulen arbeiten. Die Bildungsministerin zeigte sich erfreut, dass erneut sechs Gymnasien ihre Option einlösen konnten und nun, neben drei verpflichtenden Ganztagsgymnasien im Land, mittlerweile 20 Gymnasien Ganztagsschule in Angebotsform sind. Hinzu kommen 4 Schulen für Hochbegabtenförderung / Internationale Schulen: Das Gymnasium Mainz-Gonsenheim, das Heinrich-Heine-Gymnasium Kaiserslautern, das Auguste-Viktoria-Gymnasium Trier sowie ab Herbst 2006 das Max-von-Laue-Gymnasium Koblenz. Die 56 neuen Ganztagsschulen waren im Dezember 2005 in Absprache mit der Schulaufsicht in der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) auf Grund des vorgelegten pädagogischen Konzepts sowie einer Bedarfsschätzung aus insgesamt 100 eingereichten Anträgen ausgewählt worden.

Bei allen fünf Antragsterminen bisher habe die Zahl der Anträge immer deutlich über der Zahl der möglichen Optionen gelegen, erklärte Doris Ahnen: "Das ist ein eindeutiger Beleg dafür, dass unser Ganztagsschulkonzept mit seinem breiten Angebot an Unterricht und unterrichtsbezogenen Ergänzungen, themenbezogenen Vorhaben und Projekten, Förderung sowie ergänzenden freizeitpädagogischen Angeboten in den Schulen, bei den Lehrkräften, aber vor allem auch bei den Schülerinnen und Schülern und den Eltern auf große Akzeptanz stößt". Allein an den 56 neuen Ganztagsschulen hätten sich bis Mitte März mehr als 4100 Schülerinnen und Schüler für das Ganztagsangebot entschieden. Endgültig läuft die Anmeldefrist erst am Ende der Sommerferien ab. "Die Erfahrung in den vergangenen Jahren zeigt, dass die Anmeldezahlen deshalb in der Regel noch weiter steigen", sagte die Ministerin. Mittlerweile böten mehr als ein Viertel der allgemein bildenden Schulen ein Ganztagsschulangebot an. "Mit dieser Entwicklung können wir sehr zufrieden sein", erklärte Doris Ahnen.

Lediglich zwei Schulen hätten leider nicht die geforderte Mindestzahl an verbindlichen Anmeldungen bis zum Stichtag erreicht, erläuterte die Bildungsministerin. So liege bei den Grundschulen die Grund- und Hauptschule Westrich in Baumholder unter der für den Grundschulbereich geltenden Mindestzahl von 36 Anmeldungen. Das Gymnasium "Auf der Karthause" in Koblenz hatte zunächst ein Ganztagsschulangebot für seine sportbetonten Klassen vorgesehen, jedoch so die für die Schulen der Sekundarstufe I geltende Mindestteilnehmerzahl von 54 nicht erreicht. Jetzt wird in Gesprächen zwischen der Schule, der Stadtverwaltung und der Schulaufsicht geprüft, ob das Ganztagsangebot für weitere Schülerinnen und Schüler geöffnet werden kann und deshalb der Anmeldetermin verlängert wird.

"Alle Ganztagsschulen werden bei der Weiterentwicklung ihrer pädagogischen Konzeption weiter von den pädagogischen Service-Einrichtungen, der Schulaufsicht und durch das Ministerium unterstützt", betonte die Ministerin. . So gehe zum Beispiel den Schulen in diesen Tagen eine Mappe zu, die Angebote und Adressen möglicher außerschulischer Partner enthalte. "Wir wissen, dass viele Schulen bereits seit langer Zeit gut mit pädagogisch geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Bereich der Jugendhilfe, der Kirchen, der Sportvereine oder der Wirtschaft zusammenarbeiten. Diese Erfahrungen wollen wir weitergeben und so zu weiteren Kooperationen anregen", erklärte Doris Ahnen. Der Ringbuch-Ordner enthalte Informationen über die Angebote von derzeit 67 Institutionen und werde fortlaufend ergänzt. "Die Rahmenvereinbarungen mit 22 überregional vertretenen gesellschaftlichen Verbänden und Vereinigungen haben sich als ein hervorragendes Instrument zur inhaltlichen und personellen Zusammenarbeit zwischen Schule und außerschulischen Partnern erwiesen. Ihre Inhalte und Gestaltungsmöglichkeiten können auch als Anregung für die Kooperation zwischen Schulen und nur lokal oder regional verankerten Institutionen nützlich sein", erklärte die Bildungsministerin abschließend.


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