Bildung für und nicht gegen die Menschen!
Wer glaubte, die Föderalismusdebatte sei zu Ende, nunmehr habe das Parlament das Wort, hat sich getäuscht. In dieser Situation weist der Bildungsforscher Prof. Dr. Reinhold S. Jäger eindringlich auf darauf hin, dass das Bildungsbarometer (www.bildungsbarometer.de) - das Instrument zur Meinungsbefragung im Bildungsbereich - in seiner letzten Befragung in 8 von 9 inhaltlichen Bereichen der Bildung eine klare Aussage der Bevölkerung zur Verortung dieser Kompetenz beim Bund gefunden hat. Eine repräsentative Stichprobe von 1183 Befragte votierte wie folgt:
16.03.2006 Pressemeldung Bildungsbarometer c/o zepf - Zentrum fuer empirische paedagogische Forschung Universitaet Koblenz · LandauJäger – Verantwortlicher für das Bildungsbarometer - kommt zu dem Schluss: „Mit einer einzigen Ausnahme wird dem Bund in allen angesprochenen Themen mehr Zuständigkeit als den Ländern zugesprochen. Lediglich beim Thema „Schulversuche“ wird den Ländern mehr Zuständigkeit als dem Bund zugestanden.
Besonders interessant ist das eindeutige Votum im Hinblick auf die sog. Recht-schreibreform. Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung wünscht ein Ende des Hickhacks bzw. Trauerspiels um dieses Thema in der Kultusministerkonfe-renz. Stattdessen wird eine klare bundeseinheitliche Regelung gewünscht. Die offensichtlich durch die letzten Vorentscheidungen auch eingeleitet sind“.
Angesichts dieser Situation widerspricht Jäger der Präsidentin, Frau Erdsiek-Rave, vom 16.2.2006, in der sie behauptete, durch den Zuwachs von Verantwortung der Länder ..“ wird mit den neuen Chancen zur Innovation in Schule und Hochschule ihre gemeinsam wahrzunehmende gesamtstaatliche Verantwortung für die Bundesrepublik Deutschland gestärkt“. Vielmehr muss – so Jäger – be-fürchtet werden, dass insbesondere die kleinen Bundesländer den Vorsprung der großen Südländer nicht mehr aufholen können und dass hiermit ein Nachteil bereits für die Kinder und Jugendlichen in den Schulen eintrete.
Jäger: „Eine Umsetzung der Föderalismusdebatte mit dem jetzigen Stand im Be-reich der Bildung ist ein Rückschritt in ein kleinstaatliches Denken. Der Bildungswettbewerb zwischen Ländern nützt nicht den Benachteiligten und Förderungsbedürftigen der Gesellschaft in den kleinen Ländern. Hier ist ein Ende der Debatte notwendig und eine klare Entscheidung für eine höhere Kompetenz beim Bund. Ansonsten geht diese Veränderung auch am Willen der Bevölkerung vorbei. Wer einen Fortschritt in der Bildung möchte, muss die Menschen mitnehmen und keine Entscheidung gegen sie treffen.“
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