BLLV unterstützt Forderungen des Städtetages

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) unterstützt die Forderung des Städtetages nach mehr Kompetenzen für die Organisation und Gestaltung des Schulwesens vor Ort. "Städte und Gemeinden brauchen deutlich mehr Handlungsspielraum", erklärte BLLV-Präsident Albin Dannhäuser.

19.10.2006 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Angesichts des drastischen Rückgangs der Schülerzahlen ist es in vielen Regionen dringend erforderlich, flexible Formen der Schulorganisation zu zulassen. Zur Erhaltung der wohnortnahen Grundschule können kombinierte Klassen in zwei aufeinander folgenden Jahrgängen eine pädagogisch-pragmatische Lösung sein. Allerdings dürfen diese kombinierten Klassen nicht mehr als 25 Kinder umfassen. Für jede dieser Klasse sind mindestens zehn zusätzliche Lehrerstunden erforderlich. Ziel muss sein, für alle Schulstufen wohnortnahe und leistungsfähige Angebote sicherzustellen.

"Bildungschancen hängen eng mit der Wohnortnähe der Schulangebote zusammen", erklärte Dannhäuser. Nicht umsonst kämpfen Eltern und Gemeinden zum Teil erbittert für den Erhalt ihrer Schulen. Schule hat für die Region eine große pädagogische, soziale und kulturelle Bedeutung. Die Daten aus dem Bayerischen Bildungsbericht alarmieren: Im Schuljahr 2011/12 wird die Zahl der Einschulungen um 17% zurückgehen. Bis zum Jahr 2023 nimmt die Zahl der 6- bis16-Jährigen um 18% ab, in einigen Grenzregionen sogar um 29%. Die bisherige Reaktion der Staatsregierung: Schulschließungen von bisher 529 (Teil)-Hauptschulen. Wird der Landtagsbeschluss zur Auslösung von (Teil-)Hauptschulen umgesetzt, folgen im kommenden Jahr noch weitere über 200 Schulschließungen. Das ursprüngliche Angebot an Hauptschulstandorten wird damit um über 40% ausgedünnt. "Das schwächt betroffene Regionen noch mehr", kritisierte der BLLV-Präsident.

Dannhäuser schloss sich der Forderung des Städtetages an, zum Schuljahr 2007/08 Möglichkeiten für flexible, regionale Schulentwicklungen zu eröffnen. "Entsprechende Anträge von Kommunen zur Erprobung verschiedener, schulischer Angebote müssen angesichts drohender Schulschließungen genehmigt werden."


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