bpv zu den Spekulationen über Kürzungen in der Stundentafel des G8:

Mit großer Sorge um die Bildungs- und Berufschancen bayerischer Gymnasiasten verfolgt der Bayerische Philologenverband die aufgekommenen Spekulationen um eine Streichung der zweiten Fremdsprache aus der sechsten Jahrgangsstufe, über die heute mehrere Zeitungen berichten.

14.05.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)

Ein solcher Beschluss wäre nach Überzeugung des bpv-Vorsitzenden die falsche Reaktion auf die von der Landes-Eltern-Vereinigung geführte Belastungsdiskussion der vergangenen Monate: "Ein ersatzloses Herauskürzen aus der sechsten Jahrgangsstufe würde die Verluste für die zweite Fremdsprache durch das G8 deutlich verstärken. Ein Aderlass von über 25 Prozent wäre aber auch durch die Intensivierungsstunden nicht zu kompensieren."

Schmidt machte darauf auf­merksam, dass alle anderen Bundesländer beschlossen haben, mit der G8-Einführung die zweite Fremdsprache auf die sechste Jahrgangsstufe vorzuziehen. Schmidt weiter: "Bei einem Umzug in andere Bundesländer müssten bayerische Gymnasiasten beispielsweise dann ein ganzes Jahr nachlernen. Die nationale und internationale Anschluss- und Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Abiturienten wäre gefährdet. Das Gymnasium wird nicht dadurch besser, dass man es immer mehr zusammenkürzt – am allerwenigsten für unsere Schüler. Es macht außerdem wenig Sinn, das Fremdsprachenlernen in der Grundschule immer weiter zu forcieren, um dann am Gymnasium plötzlich die Bremse reinzuhauen." Dabei müsse nach den Erkenntnissen der Hirnforschung wie der Entwicklungspsychologie erfolgreiches Fremdsprachenlernen möglichst früh verankert werden.

Mit Geld schülerfreundlichere Rahmenbedingungen schaffen

Schmidt plädierte stattdessen dafür, durch die zügige Verbesserung der Rahmenbedingungen das G8 schülerfreundlicher zu gestalten: "Eine Verbesserung der Schülerbetreuung, die kindgerechte Rhythmisierung des Unterrichtstages und günstigere Busverbindungen sind sinnvollere Reaktionen als die geldsparende Suche nach immer weiteren Kürzungsmöglichkeiten. Das vielfach propagierte Ziel der Staatsregierung, das G8 zu einem ´Qualitätsgymnasium´ zu machen, ist nur mit zusätzlichen Mitteln und zusätzlichem Personal möglich."


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