Die Arbeitswelt wird mobil
Kein eigenes Büro, keine Ordner voll Papier, immer unterwegs, immer erreichbar und jeden Tag neue Leute treffen – für 6,8 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland sieht so schon heute der mobile Arbeitsalltag aus. Laut einer aktuellen Studie der britischen Future Foundation wird der Anteil der mobilen Arbeit (Telearbeit) in Deutschland auf ca. 81 Prozent im Jahr 2020 erheblich steigen.
26.01.2006 Pressemeldung Initiative D21 e. V.Daraus wächst neuer Handlungsbedarf rund um Unternehmen und Arbeitnehmende, den die dritte "Innovationswerkstatt mobile Gesellschaft" gestern Abend in Berlin analysierte. Im Mittelpunkt der Diskussion mit Staatssekretär Karl-Josef Wasserhövel (Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Paul A. Stodden (D21-Vorstand, Vorstandsvorsitzender debitel AG), Lothar A. Harings (Personalvorstand T-Mobile) und Lothar Schröder (Bundesvorstand ver.di) standen dabei die Anforderungen an die Gestaltung der technischen Anwendungen und des mobilen Arbeitsalltags. Darüber hinaus gaben die Teilnehmenden den Startschuss für das neue Projekt "OnFormA – Online Forum mobile Arbeit".
Ob beim Kundenbesuch vor Ort, unterwegs auf Geschäftsreisen oder beim Kontrollgang auf der Großbaustelle – neue technische Anwendungen wie "mobile enterprise", "mobile supply chain" und "mobile distribution" zeigen, dass in vielen Branchen und Ländern, Arbeit immer häufiger über mobile Endgeräte von verschiedensten Arbeitsplätzen aus erledigt wird. Die Arbeitswelt wird mobil: Dank der neuen Technologien und Anwendungen könnten in wenigen Jahren Arbeitnehmer in ihrer Firma jeden Tag an einem anderen Schreibtisch sitzen, weil sich mehrere mobile Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz teilen. Auf ihrem Schreibtisch stehen dann nur noch ein Monitor, ein Telefon und ein Kartenlesegerät, weil Dokumente nur noch im pdf-Format auf Karten gespeichert werden. Wichtige Aufgaben erledigen sie von zu Hause aus und konferieren über die Ergebnisse via Privat-Computer mit virtuellen Teams in Brasilien und Südafrika. "Die Technologien werden vieles erleichtern. Aber die mit ihnen wachsende Mobilität stellt uns jeden Tag vor neue Fragen – beispielsweise der Unternehmenskultur, der Qualifikation oder des zwischenmenschlichen Kontakts. Die Gestaltung des mobilen Arbeitsalltags stellt grundlegend neue Anforderungen an Unternehmen, Arbeitnehmer und Politik.", so D21-Vorstand Paul Stodden (Vorstandsvorsitzender debitel AG).
"Wir müssen die Chancen dieser neuen Arbeitsformen erschließen und ihre möglichen Risiken minimieren.", so Lothar Schröder (Bundesvorstand ver.di). Fragen der entsprechenden Qualifizierung der Arbeitnehmenden, der Abgrenzung von Arbeits- und Freizeit, der Work-Life-Balance, der Ergonomie von Arbeitsmitteln und Arbeitsumgebung sowie Fragen zu Leistungsanforderungen und Arbeitsplatzprofilen sind aus seiner Sicht zu klären. "Anwendungen wie mobile Internetdienste werden neue Formen von Wertschöpfungen ermöglichen. Dabei wird sich die Organisation der Arbeit, die Motivation und Bindung der Mitarbeiter an ihr Unternehmen sowie die Arbeitsteilung in der Gesellschaft nachhaltig verändern. Die Rahmenbedingungen hierfür müssen den individuellen Freiraum erhalten sowie gleichzeitig effizient und sozialverträglich sein. Diese Balance ist die Herausforderung für die Akteure am Arbeitsmarkt.", sagt T-Mobile Personalvorstand Lothar A. Harings. Bislang gibt es aber nur eine unzureichende Datenbasis über das Mobile Arbeiten, die zur Klärung beitragen könnte.
Das Projekt "OnFormA – Online Forum mobile Arbeit" Mit dem neuen Projekt "OnFormA – Online Forum mobile Arbeit" wollen die Beteiligten daher für Klärung sorgen. In drei Modulen planen die Projektpartner, den mobilen Arbeitsalltag der Beschäftigten zu analysieren, auf Veranstaltungen breitenwirksam zu diskutieren und mit dem gewonnenen Wissen eine Online-Kompetenzplattform aufzubauen. Ziel ist es, arbeitnehmerorientierte Informationen, Best Practice Beispiele und Beratungsleistungen bereit zu stellen, auf die die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jederzeit und von überall zugreifen können. Die Projektpartner ver.di, ver.di-innotec, T-Mobile, debitel und Initiative D21 gaben gestern dazu den "Startschuß".
Weitere Informationen:
www.initiatived21.de/innovationswerkstatt/
Die Innovationswerkstatt Mobile Gesellschaft ist eine von der Initiative D21 initiierte Veranstaltungsreihe der D21-Lenkungsgruppe Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit unter der Leitung von Paul Stodden (debitel AG) und Dr. Bernd Pfaffenbach (Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie). In der Innovationswerkstatt werden Zukunftsthemen der mobilen Gesellschaft diskutiert – mit dem Ziel, Innovationen im ITK-Markt zu fördern und so Wachstum zu stimulieren.
Die Initiative D21 ist Europas größte Partnerschaft zwischen Politik und Wirtschaft (Public Private Partnership). Sie besteht aus einem Netzwerk von 200 Mitgliedsunternehmen und -organisationen aller Branchen, die gemeinsam mehr als eine Million Menschen in der Bundesrepublik beschäftigen. Ziel des gemeinnützigen Vereins ist es, durch bessere Bildung, Qualifikation und Innovationsfähigkeit wirtschaftliches Wachstum zu stimulieren und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu sichern. Dafür setzt sich die Initiative gemeinsam mit politischen Partnern in praxisorientierten und interdisziplinären Projekten ein. Alle Maßnahmen von D21 besitzen einen engen Bezug zu Informations- und Kommunikationstechnologien, einer entscheidenden Basis für die Zukunft Deutschlands.
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