Flath: Schülerzahlen sinken dramatisch
Aufgrund drastisch fallender Schülerzahlen sind Einschnitte in der sächsischen Schullandschaft unvermeidbar. Nach einer Prognose des Kultusministeriums wird in den nächsten zehn Jahren die Zahl der Schüler um über 120.000 und damit um fast 24 Prozent sinken. "Dieser historisch einmalige Rückgang der Schülerzahlen kann und darf nicht folgenlos bleiben für Schulstandorte und Lehrerstellen", sagte Kultusminister Steffen Flath am Mittwoch, 12. Januar, in Dresden.
14.01.2005 Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für KultusBerechnungen zufolge müssen etwa 100 Mittelschulen und bis zu 25 Gymnasien geschlossen werden. Auch bei den Grundschulen sieht Flath Optimierungsbedarf. Bei den Lehrern ist ein Abbau von rund 7500 Stellen bis zum Jahr 2009 geplant. Der Minister sieht andernfalls den Bildungsstandort Sachsen in Gefahr. "Statt Geld und Personal in die Verbesserung der Bildungsqualität zu investieren, wären wir sonst gezwungen, eine aufgeblähte Schullandschaft künstlich am Leben zu halten", sagte Flath.
In den Mittelschulen und Gymnasien werden die Lehrerstellen aber nicht im gleichen Umfang abgebaut, wie die Schülerzahlen zurückgehen. "Wir nutzen die Entwicklung für eine Qualitätsoffensive", so Flath. Um den Unterricht zu verbessern, soll die Stellenausstattung in Relation zu den Schülern angehoben werden. Darüber hinaus wird ein Einstellungskorridor für junge Lehrer offengehalten.
An die kommunalen Schulträger appellierte Flath, die Schulen rasch zu schließen und dabei Willen zur kommunalen Zusammenarbeit zu beweisen. Das betreffe auch die Schülerbeförderung.
Im Beschluss der Staatsregierung zum Doppelhaushalt 2005/2006 sieht Flath deutliche Verbesserungen im Bildungsbereich. So stehen 1000 neue Lehrerstellen zur Verfügung, davon 800 in den Grundschulen und jeweils 100 in den Berufs- und Förderschulen. Zusätzliche Landesmittel in Höhe von jährlich 15 Mio. Euro werden für den Schulhausbau bereitgestellt. Ergänzend werden EU-Mittel von rund 33 Mio. Euro in diesem Jahr und 22 Mio. für 2006 in den Schulbau fließen. Aufgestockt wurden auch die Mittel für den Ausbau von Ganztagsangeboten an Schulen. Ergänzt um die Fördermittel aus dem Bundesprogramm zur Verbesserung des Angebotes an Ganztagsschulen stehen rund 139 Mio. Euro in 2005 und 127 Mio. Euro in 2006 zur Verfügung. Darüber hinaus investiert das Land 15 Mio. Euro in diesem Jahr und 30 Mio. ? im nächsten Jahr in den Ausbau von Ganztagsangeboten. Ebenfalls mehr Geld wird den Schulen für die Anschaffung von Computern zur Verfügung stehen. Die Fördermittel steigen um rund 2,3 Mio. ? auf etwas über 17 Mio. Euro jährlich.
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