Flath will stabile Schullandschaft - sichere Standorte machen Schulwahl für Eltern verlässlich
Kultusminister Steffen Flath hat die Kommunen, Landkreise und kreisfreien Städte zur Zusammenarbeit bei der Schulnetzplanung aufgerufen. "Unser gemeinsames Ziel muss eine stabile Schullandschaft für die nächsten 10 bis 15 Jahre sein", sagte Flath am Donnerstag, 24. März, vor Journalisten in Dresden. Aufgrund des dramatischen Rückgangs der Schülerzahlen sei ein enormer und schmerzhafter Anpassungsbedarf im Schulnetz notwendig. Flath sprach sich für konsequente und mit Augenmaß getroffene Entscheidungen aus. Ausnahmen von Schulschließungen könne es lediglich in dünnbesiedelten Gebieten geben. Bis Ende Mai soll für Eltern Gewissheit herrschen, auf welche Schule sie ihre Kinder schicken können.
24.03.2005 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für KultusNach ersten Auswertungen der Schulanmeldungen erfüllen etwa 300 von 456 Mittelschulen nicht die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestschülerzahlen zur Einrichtung von Klassen. Vorläufigen Angaben zufolge wären davon etwa 150 Schulen von einer Schließung in den nächsten Jahren bedroht. Weniger drastisch trifft es die Gymnasien. Vermutlich müssen weniger als zehn geschlossen werden. Auch einzelne Grundschulen werden von Schließung bedroht sein.
Als Folge der rückläufigen Schülerzahlen haben sich laut Flath einige Missstände entwickelt. "Es darf nicht sein, dass Eltern das dritte Jahr in Folge nicht wissen, wohin sie ihre Kinder schicken können", sagte Flath. Es würden sogar Gerüchte kursieren, dass die Bildungsempfehlung missbraucht werde, um Schulstandorte zu erhalten. "Der Kampf um Schüler muss deshalb ein Ende haben", so Flath.
Stabile Schulstandorte würden für Eltern, Schüler, Lehrer und Schulträger Planungssicherheit schaffen. "Wir wollen in Bildung investieren. Wir können aber solange kein Geld in die Schule stecken, solange wir nicht wissen, ob es die Schule auch morgen noch geben wird", betonte Flath. Auch die Schulqualität leide unter der ständigen Unsicherheit. Eine kontinuierliche Qualitätsentwicklung des Unterrichts und Gestaltung des Schullebens könne unter dem Damoklesschwert der Schließung nicht stattfinden.
Eine Schulgesetzänderung mit der Absicht die geforderten Mindestschülerzahlen und Zweizügigkeit für Mittelschulen zu ändern, lehnte Flath aus pädagogischen Gründen strikt ab. "Die Mittelschule und ihre Lehrerschaft haben sich fachlich und methodisch sehr innovativ gezeigt. Wir sollten an dieser Schulart nicht rütteln. Sie hat Vorbildcharakter für andere Bundesländer, die vergleichbare Schultypen einführen", sagte Flath. Eine einzügige Mittelschule könne den Bildungsanspruch nicht mehr sicherstellen.
Fakten zu rückläufigen Schülerzahlen unter
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