GEW: Sorge um weitere Schulschließungen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, fordert eine Woche nach Abschluss der Anmeldungen zu den weiter führenden Schulen im Saarland Kultusminister Jürgen Schreier auf, die Anmeldezahlen bekannt zu geben. "Auf Grund dieser Anmeldezahlen lässt sich ein Schulwahltrend im Saarland feststellen, der insbesondere auf dem Hintergrund der demografischen Entwicklung für zukünftige bildungspolitische Entscheidungen wichtig ist", sagte GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler. Seiner Auffassung nach hat die Öffentlichkeit einen Anspruch darauf, zu erfahren, wie sich die Übergangsquoten von der Grundschule zu den weiterführenden Schulen entwickeln.

09.03.2005 Saarland Pressemeldung GEW Saarland

Die GEW befürchtet, dass Kultusminister Jürgen Schreier die Anmeldezahlen erst nach Abschluss der Losverfahren, die an einigen Schulen wegen Platzmangels stattfinden müssen, der Öffentlichkeit bekannt gibt. Eltern, die keinen Platz an der Wunschschule bekommen haben, müssen sich nach dem Losverfahren umorientieren und ihre Kinder an einer Schule anmelden, die nicht ihre Wunschschule ist. Nach Auffassung der GEW gibt die Bekanntgabe der Anmeldezahlen erst nach dem Losverfahren nur ein verzerrtes Bild des Schulwahlverhaltens der Eltern wieder.

Von besonderem Interesse in diesem Jahr ist für die GEW die Bekanntgabe der Schulen, die aufgrund der Anmeldezahlen nicht die erforderliche Klassenzahl erreichen, um einen geordneten Schulbetrieb zu gewährleisten. Dazu müssen laut Schulordnungsgesetz § 9 die Erweiterten Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien mindestens drei Klassen pro Jahrgang aufweisen. Nach Informationen der GEW wird diese Vorgabe von einigen Schulen nicht mehr erreicht.

GEW-Landeschef Klaus Kessler formuliert in dem Zusammenhang die Fragen:

"Was passiert mit den Schulen, die die gesetzliche Vorgabe der Mindestzügigkeit nicht schaffen?

Plant der Minister auch an weiter führenden Schulen Schließungen vorzunehmen und so vorzugehen wie bei den Grundschulen?

Wie werden die Schulträger, die zum Teil erhebliche finanzielle Mittel in Baumaßnahmen an weiter führenden Schulen gesteckt haben, in die Schulentwicklungsplanung eingebunden?"

Abschließend fordert die GEW den Kultusminister dazu auf, die Anmeldezahlen zu den weiterführenden Schulen unverzüglich und unabhängig von anstehenden Losverfahren der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Ansprechpartner

GEW Saarland

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