Hessische Preisträger des Bundeswettbewerbs Latein in Großkrotzenburg ausgezeichnet

"Euer Engagement und Können geht weit über das hinaus, was man in der Regel von Euch im Unterricht erwartet. Ihr setzt Maßstäbe und zeigt, dass Spaß und Anstrengung keine Gegensätze sein müssen. Ich wünsche Euch weiterhin viel Erfolg im Umgang mit Sprachen." Mit diesen Worten hat Kultusministerin Karin Wolff heute die hessischen Preisträger des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen im Fach Latein im Schuljahr 2003/2004 ausgezeichnet. In einer Feierstunde im Franziskanergymnasium in Großkrotzenburg würdigte Wolff auch die Leistungen der Lehrkräfte, die die Schülerinnen und Schüler "mit großem Engagement und Sachkompetenz neben dem alltäglichen Unterricht immer wieder zu erstaunlichen Leistungen befähigen und ermuntern".

08.07.2004 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Im Einzelwettbewerb (mehr als 85% der Leistungen waren zu erbringen) gehen in diesem Jahr zwei erste Preise in Latein nach Hessen: Preisträger sind Benjamin Ahnert und Daniel Jurew (beide Heinrich-von-Gagern-Gymnasium, Frankfurt). Auch in Englisch errangen zwei hessische Schülerinnen zwei erste Preise, nämlich Johanna Sennefeld (Elly-Heuss-Schule, Wiesbaden) und Caroline Irmisch (Main-Taunus-Schule, Hofheim). Ein erster Preis in Französisch geht an Albrecht Lotz (Gutenberg Schule, Wiesbaden).

Im Gruppenwettbewerb verteilen sich die ersten Preise in den verschiedenen Sprachen hessenweit: In Englisch die Klasse 9a/b der Herderschule (Gießen), in Französisch die Klasse 10a der Oberzentschule (Beerfelden) und die Klasse 9 b/c der Gutenbergschule (Wiesbaden), in Französisch/ Italienisch die Klasse 10b der Gutenbergschule (Wiesbaden) und in Englisch/ Französich/ Spanisch/ Russisch die Klasse 9b der Pestalozzischule (Idstein).

Latein habe immer noch einen hohen Stellenwert im Kanon des Fremdsprachenerwerbs und erfreue sich gerade in den letzten Jahren wieder steigender Beliebtheit. Danach lernten im Jahr 2003 in der Jahrgangsstufe 7 des Gymnasiums rund 33 Prozent Latein; drei Jahre zuvor waren es noch 29 Prozent. In der Jahrgangsstufe 11 belegten 2003 rund 30 Prozent das Fach Latein; 2000 waren es 27 Prozent. Wolff zeigte sich erfreut über diese Entwicklung: "Der Trend geht wieder verstärkt zur altsprachlichen Bildung als wichtiges Fundament für das Erlernen weiterer Sprachen."

Die PISA-Studie habe gezeigt, dass es beim Leseverständnis deutscher Schülerinnen und Schüler hapert. Hier sei Latein lernen hilfreich, denn gerade das Lesen und Übersetzten lateinischer Schriften erfordere die tiefere Auseinandersetzung mit einem Text, der Wortwahl und der Logik. Weiterhin sei Latein wichtiges Methodentraining: "Das ,Lernen lernen' wird quasi nebenbei geübt", so Wolff. Dies beginne schon beim Vokabeln lernen: "Eine effektive und nachhaltige Lerntechnik, die auf Lerninhalte anderer Fächer problemlos übertragen werden kann."

Die Ministerin lobte das hohe Niveau der Ergebnisse im Einzelwettbewerb und die ausgezeichnete Qualität der Beiträge im Gruppenwettbewerb. 264 Schülerinnen und Schüler aus 35 Schulen in Hessen haben sich in diesem Schuljahr am Bundeswettbewerb Latein beteiligt. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine erneute Steigerung um 6 Prozent (249 im Schuljahr 2002/03; zum Vergleich: 169 im Schuljahr 2001/02). Im Gruppenwettbewerb waren diesmal 21 Gruppenarbeiten eingereicht worden, gegenüber 17 im Vorjahr (Steigerung 19 Prozent).

Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen, der neben Latein auch die Neuen Sprachen umfasst, entwickelt sich laut Wolff seit Jahren insgesamt erfolgreich in Hessen. "Die steigenden Teilnehmerzahlen sprechen für sich", sagte sie. In beiden Wettbewerbssparten zusammen haben sich in diesem Schuljahr 782 Schülerinnen und Schüler dem Einzelwettbewerb gestellt, 116 Beiträge lagen im Bereich Gruppenwettbewerb zur Begutachtung vor. Das waren 30 Prozent mehr Klausuren und Beiträge als noch vor zwei Jahren.

"Der Fremdsprachenwettbewerb, über die Jahre hinweg stets weiterentwickelt und jedes Jahr mit einem anderen Thema, stellt hohe Anforderungen in den unterschiedlichsten kommunikativen Fertigkeiten wie fremdsprachliche Lesekompetenz, Hörverstehen, kreatives Schreiben, freies Sprechen und interkulturelle Kompetenz", sagte Wolff. Zudem fördere der projektorientierte Gruppenwettbewerb Qualifikationen wie Teamfähigkeit, soziales Lernen, kreatives und organisatorisch-logistische Fähigkeiten. Denn immerhin handele es sich bei der Gruppenarbeit um ein Projekt, das über einen Zeitraum von 4 bis 5 Monaten zu entwickeln ist.

Dass die hessischen Schülerinnen und Schüler darüber hinaus ihr Talent unter Beweis stellen können, zeigt das Ergebnis beim diesjährigen Fremdsprachenfest in Trier: Alle drei nominierten hessischen Schülergruppen konnten die Jury von der Qualität ihrer Beiträge überzeugen und wurden mit Preisen ausgezeichnet. Eine der Gruppen, die Latein-AG des Franziskanergymnasiums Großkrotzenburg, wurde für ihren Video-Beitrag "Amor et Psyche" in lateinischer Sprache mit dem Preis des Altphilologen-Verbandes sowie dem zweiten Preis der Schülerjury ausgezeichnet.


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