Hofmann-Göttig: Von der Berufsbildenden Schule an die Universität

Mit dem Beginn des Schuljahres 2005/2006 wird beruflich qualifizierten jungen Frauen und Männern an zunächst zwölf Standorten in Rheinland-Pfalz mit der Berufsoberschule II (BOS II) die zusätzliche Möglichkeit eröffnet, innerhalb des Systems der Berufsbildenden Schulen (BBS) in einem Schuljahr die fachgebundene und allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Zugleich wird damit der letzte Baustein in die BBS-Reform gesetzt.

10.12.2004 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

"Ziel der vor zwei Jahren eingeleiteten strukturellen Weiterentwicklung der Berufsbildenden Schulen ist es, den Jugendlichen und jungen Erwachsenen über ein differenziertes und in den jeweiligen Bildungsgängen und Schulformen abgestimmtes System bestmögliche persönliche und berufliche Bildungs- und Entwicklungschancen anzubieten", unterstrich Bildungsstaatssekretär Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig. Die Einführung der BOS II, die im Schuljahr 2006/2007 an acht weiteren Standorten erfolgen solle, sei dafür ein weiterer wichtiger Schritt. "Damit wird die Gleichwertigkeit allgemeiner und beruflicher Bildung deutlich gestärkt, die Durchlässigkeit des Schulsystems insgesamt erweitert und damit ein Beitrag zur Chancengleichheit geleistet", sagte Hofmann-Göttig.

Insgesamt habe die BBS-Reform den beruflichen Schulen die notwendige Gestaltungskompetenz eingeräumt, um einerseits Stütz- und Förderangebote zu Gunsten von leistungsschwächeren jungen Leuten anzubieten - beispielsweise mit der zu diesem Schuljahr gestarteten Reform des Berufsvorbereitungsjahres (BVJ). Zum anderen gebe es nach der Reform aber auch mehr Chancen dafür, differenzierte Unterrichtsangebote für leistungs- und aufstiegsorientierte Jugendliche zu machen. Ein Schritt dazu sei zum Beispiel die ebenfalls zum Schuljahresbeginn erfolgte Umwidmung der Fachoberschule in die Berufsoberschule I (BOS I) gewesen, die die Fachhochschulreife vermittle. Der Staatssekretär unterstrich, mit der Reform hätten allerdings alle Schulformen innerhalb des BBS-Systems durch neue Wege in der Unterrichtsorganisation und in der Unterrichtsgestaltung die Möglichkeit erhalten, ihr Schulprofil noch stärker auf die regionalen und branchenspezifischen Belange der ausbildenden Wirtschaft auszurichten. Diese Entwicklung werde ergänzt durch ein schulformübergreifendes Unterrichtsangebot in den berufsübergreifenden Fächern, das in Lernbausteine gegliedert sei. Damit würden Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Vorbildung gefördert. Die Anrechnung bereits erbrachter Leistungen auf die Höherqualifizierung sei ein weiteres Reformelement des nach Lernbausteinen strukturierten Curriculums, so Hofmann-Göttig.

Denjenigen BBS-Schülerinnen und -Schülern, die über die Fachhochschulreife verfügten, stehe künftig nun über die BOS II auch der Weg zum Abitur offen. Der Ausbau des neuen Bildungsangebotes erfolge dabei in zwei Stufen und orientiere sich an drei zentralen Vorgaben. Bei den Standortentscheidungen solle ein flächendeckendes Angebot sichergestellt, zugleich sollten die Fahrtwege für die Schülerinnen und Schüler in zumutbaren Grenzen gehalten werden, und schließlich wurden von allen künftigen BOS II-Schulen Kooperationen mit benachbarten Schulstandorten erwartet. Die Realisierung dieses neuen Bildungsangebotes mit insgesamt 20 Standorten landesweit ermögliche es, an den jeweiligen Standorten ein regionales Angebot zu unterbreiten. Die einzelnen Fachrichtungen der neuen Berufsoberschulen II (also Technik, Wirtschaft und Sozialwesen) könnten im Zusammenwirken mit benachbarten Berufsbildenden Schulen angeboten werden, stellte der Staatssekretär fest und ergänzte: "Ich bin sicher, dass wir mit der Verstärkung der Schlüsselqualifikationen, der Erhöhung der Durchlässigkeit innerhalb der beruflichen Qualifizierung sowie der Attraktivitätssteigerung der dualen Berufsausbildung einen zukunftsgerichteten Weg beschreiten, der den Anforderungen der ausbildenden Wirtschaft in einer sich dynamisch entwickelnden Berufs- und Arbeitswelt gerecht wird."

Anlage 1:
Strukturkonzept "Erreichbare Abschlüsse" (.pdf-Format)

Anlage 2:
Liste der Standorte für die neuen Berufsoberschulen II:

Neue Berufsoberschulen II

  1. Ausbauphase
    (Schulstandorte, Einzugsbereich)

  2. BBS Gewerbe und Technik Trier Trier, Saarburg, Wittlich, Bernkastel- Kues, Bitburg

  3. BBS Gerolstein/Daun Daun, Gerolstein, Bitburg, Prüm
  4. BBS Cochem Cochem/Zell, Bernkastel-Kues, Mayen, Simmern
  5. BBS Betzdorf-Kirchen und BBS Wissen Betzdorf, Wissen, Westerburg
  6. BBS Technik Koblenz Koblenz, Lahnstein, Boppard, Diez Alice-Salomon-Schule Linz/Neuwied Neuwied, Montabaur, Linz, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Andernach
  7. BBS Gewerbe/Hauswirtschaft/ Sozialpflege Bad Kreuznach Bad Kreuznach, Kirn, Idar-Oberstein, Simmern
  8. BBS Mainz I Mainz, Alzey, Ingelheim, Bingen
  9. BBS Ludwigshafen Technik I Ludwigshafen, Frankenthal, Worms, Germersheim
  10. BBS Bad Dürkheim Bad Dürkheim, Neustadt/W., Landau, Südliche Weinstraße, Germersheim, Wörth
  11. BBS Technik Kaiserslautern Kaiserslautern, Westpfalz, Rockenhausen
  12. BBS Rodalben Rodalben, Pirmasens, Zweibrücken

  13. Ausbauphase 2006/2007
    (Schulstandorte, Einzugsbereich)

  14. BBS Bernkastel-Kues Bernkastel-Kues, Wittlich

  15. BBS Bad Neuenahr-Ahrweiler Bad Neuenahr-Ahrweiler
  16. BBS Lahnstein/Diez Lahnstein, Boppard, Diez, Montabaur
  17. BBS Andernach Andernach, Mayen
  18. BBS Bingen Bingen, Ingelheim
  19. BBS Worms Worms, Alzey
  20. BBS Speyer Speyer, Ludwigshafen, Germersheim, Wörth
  21. BBS Landau Landau, Südliche Weinstraße

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