Jugendmusikschule: "Die Zukunft der musikalischen Bildung durch die JMS ist mit der familiengerecht gestalteten Gebührenordnung gesichert."

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig und der Direktor der Staatlichen Jugendmusikschule (JMS) Wolfhagen Sobirey haben heute die neue Gebührenordnung für die JMS sowie die Auswirkungen der Einführung des Lehrerarbeitszeitmodells in der JMS vorgestellt.

28.06.2005 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)

"Die Zukunft der musikalischen Bildung durch die Jugendmusikschule ist mit der neuen familiengerecht gestalten Gebührenordnung gesichert", so die Senatorin. "Trotz angespannter Finanzlage hat sich der Senat für eine moderate Erhöhung der JMS-Gebühren entschieden. Besonders froh bin ich darüber, dass wir die bisherigen Ermäßigungs- und Erlassmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler aus Familien mit mehreren Kindern oder aus Familien, die mehrere Fächer an der JMS belegen, beibehalten können. Das lag mir besonders am Herzen! Musikalische Begabungen kommen häufig aus Familien, in denen mehrere Familienmitglieder Musik machen. Wenn der größere Bruder musiziert oder die ältere Schwester, haben die jüngeren Kinder eher den Eindruck, dass das Musikmachen zum Leben dazugehört und wollen auch ein Instrument erlernen. Dass wir hier die Vergünstigungen voll erhalten können, sehe ich als eine gezielte Förderung von Familien an."

Im Einzelnen

  • werden 30 Minuten Einzelunterricht ab dem 1. August 2005 statt bisher 40 Euro 46 Euro monatlich kosten.
  • wird der Gundfachunterricht zu 60 Minuten mit 12 Vorschulkindern in der Gruppe - das ist der Unterricht, der in die Musikschule einführt und für viele Familien der erste Kontakt zur Jugendmusikschule ist - statt bisher 13,08 Euro monatlich 15,00 Euro kosten.
  • wird 45minütiger Partnerunterricht künftig 37 statt bisher 35,67 Euro kosten.

"Das sind moderate Erhöhungen, mit denen das Angebot der JMS seine Attraktivität voll erhält", so Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig.

Im Lehreralltag wird sich durch die Einführung des Lehrerarbeitszeitmodells an der JMS Folgendes ändern:
Bisher galt an der JMS eine Pflichtstundenzahl. Die Lehrkräfte mussten 27 Zeitstunden unterrichten, das sind 36 Unterrichtsstunden à 45 Minuten. In allen anderen Bundesländern gilt in der Regel eine Unterrichtsverpflichtung von 30-33 Unterrichtsstunden à 45 Minuten. Jetzt wird an der JMS wie in den allgemein bildenden Schulen ein Arbeitszeitmodell eingeführt, bei dem auch die Tätigkeiten, die außerhalb der Unterrichtsstunden auszuführen sind, gesehen und zeitlich bewertet werden, wie die Vor- und Nachbereitungen des Unterrichts, Konferenzen und Fortbildung, an der JMS speziell außerdem das Zusammenspiel oder die Vorbereitung und Durchführung von Vorspielen und Konzerten. Durch die Einführung des Arbeitszeitmodells haben die Lehrkräfte der JMS jetzt mehr Zeit für die wichtigen "Zusammenhangstätigkeiten", für den Unterrichtsbereich also, der über den Instrumentalunterricht hinausgeht und Kernbereich einer staatlichen Musikschule ist.

Gemeint sind die Zusammenspiele, die Leitung der Ensembles, die Vorspiele und Konzerte, die Musikwochenenden und Musikfreizeiten.
Hatten die Lehrkräfte bisher bei einer Unterrichtsstundenverpflichtung von 27 Zeitstunden pro 60 Minuten durchschnittlich 25,6 Minuten für die Zusammenhangstätigkeiten, sind es zukünftig im Rahmen der 40-Stunden-Woche bei grundsätzlich 25 Zeitstunden Unterricht durchschnittlich 36 Minuten. Die Lehrkräfte werden mit ihren Schülerinnen und Schülern jetzt häufiger in Gruppen musizieren, ihre Schüler häufiger bei Vorspielen und Konzerten begleiten und beraten und mehr Wettbewerbe durchführen.

Für Kursangebot und -struktur bedeuten die Veränderungen folgendes:
Die JMS bleibt einerseits "erschwinglich" und sie bleibt eine Musikschule mit großer sozialer Reichweite. Andererseits können mit neuen Maßnahmen die besonders begabten und engagierten Schüler künftig noch stärker gefördert werden: etwa durch besondere Fördermaßnahmen, die im Akademiebereich der Musikschule zur bereits vorhandenen Studienvorbereitenden Ausbildung und zur Förderklasse dazukommen, vor allem das neue Fach Kammermusik (Zusammenspiel in kleinen Besetzungen), die Orchester- und Chorschule (der Neue Knabenchor ist mittlerweile das größte und erfolgreichste Ensemble der JMS), die Junge Akademie für Popular-, Theater- und Unterhaltungsmusik, die Musicalakademie für Teens und die Jugendopern-Akademie (in Kooperation mit der Hamburgischen Staatsoper).

Darüber hinaus soll eine Projektagentur aufgebaut werden, die Kooperationsangebote wie Streicher-, Bläser- und Percussionsklassen für Ganztagsschulen und Verlässliche Halbtagsschulen entwickelt und bereithält.

Da der musikalischen Frühförderung - dem Unterricht mit den Kleinstkindern - eine immer größere Bedeutung zukommt, wird die JMS ab sofort mehr Eltern-Kind-Kurse einrichten.

Neue Angebote sind außerdem: die Arbeit im Tonstudio (mit einem Profi-Tonmeister) und die Musikproduktion am Computer, zur Unterstützung der Jugendopern-Akademie und der Musical-Ausbildung wird das Angebot in Tanz, Schauspiel, Pantomime leicht ausgebaut, außerdem werden in einem Kunstatelier Malworkshops durchgeführt, Requisiten und Kulissen gebaut und bemalt. Augrund der großen Nachfrage aus den Halbtagsgrundschulen und von REBUS wird die Musiktherapie ausgeweitet.

Gastschüler und auswärtige Schülerinnen und Schüler werden allerdings zukünftig monatlich 6 Euro zusätzlich zu zahlen haben.

JMS-Direktor Wolfhagen Sobirey: "Die JMS kann mit diesen Beiträgen zur Haushaltskonsolidierung sehr gut leben. Wir werden jetzt alles daran setzen, dass die Eltern die Erhöhung der Beiträge akzeptieren und ihre Kinder weiter in den Unterricht schicken. Und ich werde mit meinen Mitarbeitern heute Abend ein Freudefest feiern."


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