Kultusminister Olbertz zu Pressemeldungen über Ergebnisse des

Übermorgen werden in Berlin die Gesamtergebnisse des Ländervergleichs aus der jüngsten PISA-Studie zu den Leistungen 15-jähriger Schülerinnen und Schüler vorgestellt, die bereits im Juli in einem Vorbericht veröffentlicht wurden. Danach führt Bayern erneut die Siegerliste an, gefolgt von Sachsen, Baden-Württemberg und Thüringen. Sachsen-Anhalt ist vom drittletzten Platz in der vorigen Erhebung in das vordere Mittelfeld der Länder aufgerückt. Im Bereich Mathematik liegt das Land auf Platz 5, in der Gesamtwertung der drei einbezogenen Leistungsbereiche auf dem sechsten Platz aller Bundesländer.

01.11.2005 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

Kultusminister Prof. Dr. Olbertz dazu: "Die Ergebnisse bestätigen mich darin, dass wir ein gutes Stück vorangekommen sind, unter allen Ländern sogar die höchsten Zuwächse an Leistungsvermögen unserer Schülerinnen und Schüler zu verzeichnen haben, aber noch lange nicht am Ziel sind. Insbesondere der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schulkarriere in Deutschland, darunter vor allem Bayern und Sachsen-Anhalt, muss uns ernsthaft beschäftigen."

Allerdings verlange dieser Befund auch eine sorgfältige Auswertung. So sei es keineswegs von vornherein beunruhigend, wenn Kinder mit einem guten Realschulabschluss in die Fußstapfen ihrer Eltern träten und z.B. eine Facharbeiter- oder Handwerkslehre absolvierten, um in einen elterlichen Betrieb oder verwandte Berufe einzusteigen. "Dies lässt jedenfalls nicht automatisch auf mangelnde elterliche oder schulische Förderung schießen." Außerdem könne das Gymnasium nicht die allgemeingültige Norm für eine wünschenswerte Schullaufbahn sein, die alle Schülerinnen und Schüler unbedingt erreichen oder anstreben müssten. "Wo dies aus unterschiedlichsten Gründen (genau diese müssten analysiert werden) oder weil andere Ziele verfolgt werden, nicht der Fall ist, kann das keineswegs generell als Misserfolg gewertet werden, wie es die Medienberichterstattung derzeit suggeriert", so der Kultusminister.

Die derzeitige Übergangsquote von 43% der Grundschüler an die Gymnasien, im Extremfall sogar bis 75%, mache im Übrigen deutlich, dass in Sachsen-Anhalt eine große Zahl von Schülerinnen und Schülern – nicht nur aus dem sogenannten Bildungsbürgertum – den Weg zum Abitur einschlägt. "Dennoch bleibt die Aufgabe bestehen, den Anteil von Kindern aus Arbeiterfamilien an den Gymnasien und später an den Hochschulen deutlich zu erhöhen", sagte Kultusminister Olbertz. Die Ergebnisse zeigten auch, dass sich Schulleistungsvergleiche nicht von realen wirtschaftlichen und sozialen Disparitäten in der Gesellschaft abkoppeln ließen. Insofern könne die Schule allein diese Aufgabe nicht lösen.

"Bestärkt sehe ich mich in dem Ansatz, an den Schulen vor allem Maßnahmen gegen das Zurückbleiben zu ergreifen und die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler wesentlich auszubauen", erklärte Olbertz. Auch hier habe das Land erste gute Ergebnisse vorzuweisen, indem z.B. die Quote von Schülerinnen und Schülern, die das Schulsystem unterhalb des Hauptschulabschlusses verließen, nach der neuesten amtlichen Schulstatistik von rund 14 auf 11 v.H. gesunken sei. "Dies ist ein guter Trend, aber noch lange kein befriedigendes Ergebnis", so der Kultusminister.


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