Landesregierung auf falschen Pfaden

"Die heute vorgelegten Daten des Essener Schulforschers Rainer Block bestätigen die Position des VBE, dass es keinen Sinn hat, Kinder zu früh bestimmten Bildungsgängen zuzuordnen", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW)." Mit dem geplanten Vorziehen des Einschulungsalters werden Kinder in NRW schon mit neun Jahren nach Schulformen selektiert. Die Fragwürdigkeit dieser Maßnahme wird durch die Befunde des Essener Wissenschaftlers erneut belegt"

23.01.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Das traditionell gegliederte Schulsystem zwingt Lehrerinnen und Lehrer, Kinder zu diesem sehr frühen Zeitpunkt bestimmten Schulformen zuzuordnen. Es zwingt auch die Eltern, zu diesem frühen Zeitpunkt über die Zukunft ihrer Kinder zu entscheiden. Ist erst einmal über die schulische Laufbahn eines Kindes entschieden, ist zumindest ein Wechsel in einen höheren Bildungsgang mit nicht unerheblichen Schwierigkeiten verbunden. Dies wird durch die von der Landesregierung geplante Abkoppelung des Gymnasiums noch weiter verschärft.

"Die Selektion wird noch verschärft, wenn zukünftig bereits bei neunjährigen Kindern über deren zukünftige Schullaufbahn entschieden werden soll", so Beckmann weiter. "Allerdings muss die Konsequenz aus dieser Erkenntnis lauten, dass die Förderpotenziale aller weiterführenden Schulen gestärkt werden müssen und auch die Diskussion über veränderte Schulstrukturen kein Tabu mehr sein darf. Es führt zu nichts, den schwarzen Peter von den Eltern auf die Lehrer schieben zu wollen oder umgekehrt."

Der VBE hat mit dem Konzept der Allgemeinen Sekundarschule ein Schulstrukturmodell vorgelegt, das eine zu frühe Selektion verhindert und damit Eltern und Lehrer entlastet.


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