Landessieger Jugend forscht gekürt

In einer Feierstunde sind heute die Sieger des Landeswettbewerbs Jugend forscht gekürt worden. Zwei Tage haben die 11 Mädchen und 39 Jungen beim Pharma- und Chemieunternehmen Merck KGaA ihre Arbeiten einer Fachjury präsentiert. In Anwesenheit von Kultusministerin Karin Wolff gab Wettbewerbsleiterin Dr. Christiane Gräf die 15 Gewinner bekannt, die vom 26. bis 29. Mai am Bundeswettbewerb in Dortmund teilnehmen dürfen. Die Landessieger kommen aus Bad Homburg, Frankfurt, Friedberg, Herborn, Kassel, Melsungen, Neu-Isenburg und Königstein.

22.03.2005 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Den Sonderpreis des Hessischen Kultusministeriums für die schöpferisch beste Arbeit übergab Karin Wolff an die beiden Jungforscher Jörg Metzner (19) und Marcel Schmittfull (17), die der Frage nachgegangen sind, ob man wirklich mit dem Bauch reden kann. Die Ministerin war begeistert von den außergewöhnlichen Arbeiten: "Wettbewerbe wie Jugend forscht setzen bei den Schülerinnen und Schülern enorme Kreativität frei und leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Begabungen von jungen Menschen." Hervorzuheben sei auch das große Engagement der Lehrkräfte, die Schülerinnen und Schüler bei der Teilnahme an Jugend forscht nach Kräften unterstützten. Mit dem hessischen Schulpreis für besonderes Engagement zeichnete Wolff die Albert-Schweitzer-Schule in Kassel aus.

Die Ministerin lobte den Einsatz des Unternehmens Merck, das den Wettbewerb seit über 20 Jahren als Patenfirma unterstützt und den Landeswettbewerb in Hessen zum neunten Mal ausrichtete. Das Unternehmen engagiert sich auch in der regionalen Schulförderung, um Schülerinnen und Schüler schon frühzeitig für naturwissenschaftliche Berufe und Studiengänge zu interessieren.

Landessieger Jugend forscht Hessen 2005

Fachgebiet Arbeitswelt
Michel Helms (19), Tobias Helms (20), Geschwister-Scholl-Schule, Melsungen
Wahl ohne Qual
Für mehr Gerechtigkeit bei der Kurswahl in der Geschwister-Scholl-Schule sorgt seit einem Jahr die Software von Michel und Tobias Helms. Zuvor werteten die Lehrerinnen und Lehrer jährlich etwa 170 Stunden lang 1.500 Wahlkarten aus, um den Stundenplan für einen Jahrgang zu erstellen. Dennoch beklagten viele Schülerinnen und Schüler eine ungerechte Kursvergabe. Heute entlastet die Lehrer die Kurswahl via PC. Sie ist nicht nur deutlich schneller, sie sichert auch 80 Prozent der Schüler ihren gewünschten Stundenplan.

Fachgebiet Biologie
Sasan Partovi (18), Augustinerschule, Friedberg, Lisa Marlene Reinhard (20), Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg, Anja Kretzschmar (20), Erasmus-Widmann-Gymnasium, Schwäbisch Hall
Warum wächst ein Tumor?
Krebs wird auch "nicht heilende Wunde" genannt, denn ähnlich wie beim Wundheilungsprozess kommt es auch bei dieser Erkrankung zu einem beschleunigten Wachstum von Zellen. Um dessen Ursprung auf den Grund zu gehen, beschäftigte sich das Jungforscherteam mit einem bestimmten Eiweiß, einem so genannten Wachstumsfaktor. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dessen Fehlfunktion das Wachstum von Tumoren auslösen könnte.

Fachgebiet Chemie
Axel Jäger (19), Max-Beckmann-Schule, Frankfurt
Bakterien-Power
Füttert man Bakterien mit Zucker, so produzieren einige von ihnen Alkohol oder Wasserstoff. Warum dies nicht zur Energieerzeugung nutzen dachte sich der 19-jährige Axel Jäger aus Frankfurt. Er entwickelte eine leistungsfähige biologische Brennstoffzelle, die durch den Stoffwechsel von Bakterien angetrieben wird. Schon wenige Milliliter einer Bakterienlösung genügen, um einen kleinen Motor für etwa zwei Minuten zu betreiben.

Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften
Stefan Zammert (19), Johanneum Gymnasium, Herborn
Botanik via Satellit
Waldbrände können ganze Landstriche in kurzer Zeit verwüsten. Wie lange es dauert, bis sich die Vegetation wieder zurückbildet, untersuchte Stefan Zammert aus Herborn mittels Satellitenbildern. Bei einer 1994 zerstörten Waldfläche in Spanien zeigten die Aufnahmen erst zehn Jahre nach dem Brand wieder ein vergleichbares Grün. Schneller erholen sich die portugiesischen Waldgebiete nach den Bränden im Jahr 2003, meint der Schüler und zeigte, dass sich nicht nur das Wetter, sondern auch das Wachstum von Wäldern via Satellit vorhersagen lässt.

Fachgebiet Mathematik/Informatik
Philipp David Albert Hülsdunk (15), Taunusschule, Königstein
Geometrie auf den Punkt gebracht
Einen Hubschrauberstützpunkt so zu planen, dass die maximale Entfernung zu seinen Einsatzorten möglichst klein ist, ist eine mathematische Herausforderung. Die Ergebnisse des 15-jährigen Philipp Hülsdunk aus Königstein könnten dabei helfen, sie zu meistern. Er analysierte die Zusammenhänge von Punkten und Abständen in Dreiecken und entwickelte eine Reihe allgemeingültiger, geometrischer Sätze.

Fachgebiet Physik
Jörg Metzner (19), Kaiserin-Friedrich-Gymnasium, Bad Homburg, Marcel Schmittfull (17), Celtis-Gymnasium, Schweinfurt
Nicht aus dem Bauch heraus
Jörg Metzner und Marcel Schmittfull entzauberten das Geheimnis der Bauchredner. Sie untersuchten, warum diese Laute wie "b", "p" oder "m" sprechen können, ohne ihre Lippen zu bewegen. Dazu simulierten die Schüler die Schallausbreitung in Mund und Gaumen bei offenen und geschlossenen Lippen. Ihr Forschungen zeigen: Bauchreden entstehen nicht etwa im Bauch, sondern sind das Ergebnis einer geschickten Zungenstellung.

Fachgebiet Technik
Julius Jöhrens (18), Ingmar Gundlach (18), Lessing-Gymnasium, Frankfurt
ABS fürs Fahrrad
Manch Mountainbiker weiß davon zu berichten: Spontanes Bremsen bei schneller Fahrt kann zu Überschlägen mit schmerzhaften Folgen führen. Der Bremsassistent für Fahrräder von Julius Jöhrens und Ingmar Gundlach schafft Abhilfe. Ähnlich wie das Antiblockiersystem eines Pkws verhindert er die Blockade eines Rades. Dazu wird über Ultraschall der Abstand des Hinterrads vom Boden gemessen. Übersteigt er einen Grenzwert, wird die Bremskraft auf das Vorderrad reduziert.

Beste interdisziplinäre Arbeit
Milan Gerovac (16), Laura Kämpfer (17), Kirsten Schneider (17), Goethe-Gymnasium, Neu-Isenburg
Hagebutte gegen Herpes
Rooibos, Mate oder Grüntee - ist gegen Viren ein Kraut gewachsen? Damit beschäftigte sich die Schülergruppe des Goethe-Gymnasiums aus Neu-Isenburg. Das Forscherteam untersuchte die Inhaltsstoffe verschiedener Teesorten und testeten deren Wirksamkeit gegen Herpes-Viren. Dabei entdeckte das junge Forscherteam: Chinesischer grüner Tee zeigt eine gewisse Wirksamkeit gegen Herpes, deutlich stärker sind jedoch die virenhemmenden Eigenschaften der heimischen Hagebutte.


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