PISA verändert Lehrermeinungen

"Die heute vom Institut für Schulentwicklungsforschung (IfS) vorgelegten Ergebnisse der Lehrerumfrage zeigen, dass der VBE NRW mit seiner Forderung nach Schulstrukturveränderungen, die ein längeres gemeinsames Lernen ermöglichen, genau richtig liegt", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Diese Umfrage zeigt auch, dass die Bereitschaft zu Veränderungen bei Lehrerinnen und Lehrern nach PISA weiter zugenommen hat."

12.06.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Dass sich immerhin 56% der befragten Lehrerinnen und Lehrer für eine längere gemeinsame Schulzeit aussprechen, während es bei der letzten Befragung im Jahr 1998 nur 24% waren, ist ein deutliches Zeichen an die Bildungspolitik. In dieser Offenheit der Lehrerinnen und Lehrer für eine innere und äußere Schulreform steckt eine große Chance für die Bildungspolitik.

"Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat diese Chance aber offenbar noch nicht erkannt und nutzt sie folglich nicht", so Beckmann weiter. "Sie bleibt vielmehr mit ihrem Schulgesetzentwurf weit hinter den Möglichkeiten zurück, die in dieser Veränderungsbereitschaft von Lehrern stecken. Der in der Öffentlichkeit häufig an Lehrerinnen und Lehrer gerichtete Vorwurf der Blockadehaltung stimmt nicht. Lehrer sind zu Veränderungen bereit, wenn die Rahmenbedingungen stimmen."

Die Frage der Durchlässigkeit des Schulsystems spielt darüber hinaus für die befragten Lehrerinnen und Lehrer eine wesentlich größere Rolle als in der letzten Umfrage im Jahr 1998. Gleiches gilt in Bezug auf die Bildungschancen von Arbeiterkindern.

Der VBE hat sich diesen Fragen mit seinem im vergangenen Jahr vorgelegten Modell einer Allgemeinen Sekundarschule schon lange vor der Auswertung dieser Umfrage gestellt. Bei der Allgemeinen Sekundarschule handelt es sich um eine organisatorische, schulrechtliche und pädagogische Einheit, in der Lehrerinnen und Lehrer für alle Schüler von Klasse 5 bis einschließlich Klasse 10 verantwortlich sind und kein Kind an eine andere Schule abgegeben werden kann. Dieses Modell bietet Lehrerinnen und Lehrern wesentlich mehr pädagogischen Gestaltungsspielraum als das traditionell gegliederte Schulsystem und trägt damit auch der in der Umfrage erhobenen Forderung von Lehrern nach mehr Gestaltungsfreiheit für die Einzelschule Rechnung.

"Die Ergebnisse dieser Umfrage sind eine weitere wissenschaftliche Bestätigung für den Weg, den der VBE für eine innere und äußere Schulreform vorgeschlagen hat", so Beckmann abschließend.


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