"Quereinsteiger" in den Schuldienst brauchen gute pädagogische Ausbildung
Der Wissenschaftsausschuss hat sich in seiner heutigen Sitzung mit dem Gesetzentwurf zur Änderung des Lehrerbildungsgesetzes befasst, der es künftig QuereinsteigerInnen mit Hochschulabschlüssen erlauben soll, direkt in den Schuldienst eingestellt zu werden. Voraussetzung ist, dass keine ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer für ausgeschriebene Stellen zur Verfügung stehen. Die künftigen QuereinsteigerInnen müssen dann ein berufsbegleitendes Referendariat absolvieren, das mit dem Zweiten Staatsexamen endet.
09.03.2005 Berlin Pressemeldung GEW BerlinRose-Marie Seggelke, stellvertretende Vorsitzende der GEW BERLIN: "Der Quereinstieg in den Schuldienst von Menschen ohne Lehramtsausbildung muss die Ausnahme bleiben. Die GEW BERLIN hat den Gesetzentwurf grundsätzlich unterstützt, weil er endlich ein berufsbegleitendes Referendariat mit dem Abschluss des Zweiten Staatsexamens für QuereinsteigerInnen vorsieht. Allerdings droht die Qualität der Ausbildung und des Unterrichts auf der Strecke zu bleiben, wenn den QuereinsteigerInnen nicht ausreichend Zeit für die berufsbegleitende pädagogisch-didaktische Ausbildung eingeräumt wird. Wir fordern gesetzlich zu regeln, dass diese Lehrkräfte mit höchstens 50 % der regulären Unterrichtsverpflichtung eingestellt werden. Die übrige Zeit muss für das berufsbegleitende Referendariat zur Verfügung stehen. Denkbar wäre auch eine schrittweise Anpassung der Unterrichtsverpflichtung je nach Ausbildungsstand."
Die Senatsbildungsverwaltung will diese Lehrkräfte aber von Anfang an mit etwa 20 Stunden unterrichten lassen, obwohl sie i.d.R. keine pädagogische Ausbildung haben.
Rose-Marie Seggelke weiter: "Wer nie vor einer Klasse gestanden hat, kann doch nicht aus dem Stand 20 Stunden unterrichten. Das geht zu Lasten der Unterrichtsqualität und beeinträchtigt die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer. Die Senatsbildungsverwaltung agiert aber immer noch so, als hätte es PISA nicht gegeben. Im Referendariat muss die Ausbildung im Vordergrund stehen, nicht das Stopfen von Lücken in der Unterrichtsversorgung."
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