START für Berlin: Schülerstipendien für begabte Zuwanderer erstmals in der Hauptstadt

Zehn leistungsstarke Berliner Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund haben heute im Rahmen einer Festveranstaltung ihre Aufnahmeurkunde als "START-Stipendiaten" entgegengenommen. Die sieben Mädchen und drei Jungen wurden aus über 70 Bewerbern ausgewählt. Sie sind chinesischer, polnischer, russischer, türkischer, ukrainischer und vietnamesischer Herkunft und besuchen die 9. bis 13. Klasse. Die jungen Stipendiaten erhalten auf dem Weg zu ihrem Abitur ab sofort eine besondere Unterstützung: Neben einem PC mit Internetzugang stehen ihnen monatlich 100 Euro Bildungsgeld sowie kostenlose Beratungsangebote und Bildungsseminare zur Verfügung.

13.01.2005 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Die Deutsche Bank Stiftung, die Hertie-Stiftung und die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport bieten das START-Programm in der Hauptstadt als gemeinsame Bildungsinitiative an. Ziel ist es, begabten, gesellschaftlich engagierten und materiell bedürftigen Migrantenkindern den Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen zu erleichtern. START soll als "Investition in Köpfe" einen Beitrag zur Integration und zur Toleranz unter jungen Menschen in Deutschland leisten. Das Berliner START-Programm, das zunächst auf vier Jahre angelegt ist, hat ein Finanzvolumen von rund 360.000 Euro, die von der Deutsche Bank Stiftung und der Hertie-Stiftung getragen werden. Der Senator für Bildung, Jugend und Sport stellt darüber hinaus Personal sowie Räumlichkeiten zur Verfügung.

Die Hertie-Stiftung hatte im Jahr 2002 die START-Schülerstipendien für begabte Zuwanderer in Hessen ins Leben gerufen. Das 1,7 Millionen Euro umfassende Programm richtet sich an Jugendliche, die in unserem Land ihre Chance nutzen wollen.

Sowohl in Hessen als auch in weiteren Bundesländern hat START seither zahlreiche Unterstützer gefunden. "Wir helfen gerne bei der Verbreitung von START in Berlin mit", so Dr. Roland Kaehlbrandt, Geschäftsführer der Hertie-Stiftung, "denn START gibt der erfolgreichen Integration ein Gesicht."

"Die Deutsche Bank Stiftung konzentriert sich besonders auf solche Projekte, die junge Menschen dazu bringen, ihre Potenziale besser zu erkennen, zu entwickeln und zu nutzen. Das Berliner START-Programm ist dafür ein ausgezeichnetes Beispiel", ergänzt Christian J. Stronk, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutsche Bank Stiftung. Die Stiftung unterstützt START Berlin jedoch nicht nur finanziell. Durch ihre enge Verbindung zur Deutschen Bank schlägt sie auch eine Brücke zu deren Programm "Mentor plus". Christian J. Stronk: "Mit 'Mentor plus' stellen wir den START-Stipendiaten junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bank als Mentoren zur Seite. Diese beraten die Jugendlichen beim Übergang von Schule und Beruf und geben Erfahrungen und Wissen weiter."

"Wir brauchen gerade diese Schülerinnen und Schüler und ihre speziellen Fähigkeiten und Begabungen. Erfolgreiche Kinder und Jugendliche nichtdeutscher Herkunft haben zugleich Vorbildfunktion: Sie zeigen, dass es möglich ist, etwas zu erreichen, wenn man die Chancen ergreift", so der Berliner Senator für Bildung, Jugend und Sport, Klaus Böger.

Die neuen Berliner START-Stipendiaten sind in Charlottenburg, Friedrichshain, Kreuzberg, Lichtenberg, Reinickendorf, Tempelhof, im Wedding und in Wilmersdorf zu Hause. In ihrem START-Stipendium sehen die Jugendlichen eine besondere Auszeichnung und eine Ermutigung, ihren erfolgreich begonnenen Bildungsweg fortzusetzen: "START steht uns immer zur Seite. Das ist ein gutes Gefühl. START unterstützt uns in unserer schulischen Laufbahn und hilft uns, unser Potenzial voll auszuschöpfen", sagte die 16-jährige Ga-Lem Ng vor 200 Gästen in der heutigen Festveranstaltung im Atrium bei der Deutschen Bank in Berlin. Ga-Lems Eltern stammen aus Hongkong. Sie besucht die 11. Klasse des Askanischen Gymnasiums im Bezirk Schöneberg-Tempelhof. Ihre Lieblingsfächer sind Mathematik und Chemie. Außerhalb des Unterrichts spielt sie Klavier und Theater.

Das Klavierspiel ist auch das Steckenpferd des 16-jährigen Stipendiaten Duc Hao Nguyen, der für die Gäste der Festveranstaltung eigene Kompositionen am Flügel spielte. Seine Eltern stammen aus Vietnam und mussten Anfang der achtziger Jahre ihre Heimat aus politischen Gründen verlassen. Die Erfahrungen seiner Eltern haben ihn sehr geprägt: "Ich lerne die Rechte zu würdigen, die meine Familie und ich in Deutschland haben. Ich genieße vor allem die Freiheit im Denken und die Demokratie. Ich empfinde Deutschland als Heimat, obwohl mir meine vietnamesischen Wurzeln sehr wichtig sind." Hao besucht die 10. Klasse des Lessing-Gymnasiums im Bezirk Mitte. In seiner Freizeit engagiert er sich für seine Kirchengemeinde. Sein Berufswunsch: Pilot oder Fluglotse.

Der Stipendiat Andrej Stepanchuk, 1986 in Kiew geboren, kam mit 8 Jahren nach Deutschland, ganz ohne deutsche Sprachkenntnisse. Heute ist er Klassensprecher am Heinrich-Hertz-Gymnasium, leitet dort eine Informatik-AG und belegt vorderste Plätze bei Mathematik-Wettbewerben. "START gibt uns die Freiheit, unseren eigenen Weg zu gehen", sagte Andrej heute nach seiner Aufnahme in das Stipendienprogramm.

Im START-Programm werden derzeit 121 Schüler aus 31 verschiedenen Herkunftsländern gefördert. In dem von der Hertie-Stiftung initiierten Projekt arbeiten inzwischen als Partner zusammen: Bertha Heraeus und Kathinka Platzhoff Stiftung, Bielefelder Bürgerstiftung, Carls Stiftung, Deutsche Bank Stiftung, Die Wiesbaden Stiftung, Edmund Vey-Stiftung, ERTOMIS-Stiftung, Freundeskreis der Hertie-Stiftung, Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, Stadt Stiftung Gütersloh, Kreis Offenbach, Land Berlin / Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport, Land Bremen / Senator für Bildung und Wissenschaft, Landeshauptstadt Dresden, Stadt Bielefeld, Stadt Gütersloh, Stadt Leipzig, Stadt Wuppertal, Taunus-Auto Verkaufs-GmbH Mercedes-Benz Vertreter der DaimlerChrysler AG, Union Club International.

Kontakt:

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport
Herr Dr. Karim Hassan, Projektleiter START Berlin
Beuthstraße 6-8, 10117 Berlin
Tel.: 030-9026-5474
E-Mail:


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