Zur Pressekonferenz der CDU-Landtagsfraktion

"Der VBE ist mit der CDU-Landtagsfraktion einer Meinung, dass die demografische Entwicklung insbesondere Schulträger in ländlichen Räumen vor neue Herausforderungen stellen wird", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Wir fragen uns allerdings, warum die Mehrheitsfraktion dann nicht darauf drängt, den Schulträgern auch die entsprechenden Möglichkeiten zu geben, um flexibel auf diese Entwicklung reagieren zu können."

24.08.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

In Bezug auf die weiterführenden Schulen hat die Landesregierung die vorher vorhandenen Möglichkeiten zur Gründung von Schulverbünden durch das neue Schulgesetz deutlich eingeschränkt und verfährt daher mit Anträgen, die gerade auch aus CDU-Gemeinden kommen, ausgesprochen restriktiv.

Der Bildungsreport NRW 2006 weist nach, dass in ländlichen Gebieten bereits jetzt wesentlich weniger Schüler nach der Grundschule zum Gymnasium wechseln als in städtischen Ballungszentren. 52,3% der Schülerinnen und Schüler in ländlichen Gebieten wechselten beispielsweise zum Schuljahr 2005/06 nach der Grundschule zu einer Haupt- oder Realschule, in den städtischen Ballungszentren waren es dagegen nur 36,3%.

Wenn das Schulangebot in den ländlichen Kommunen noch weiter eingeschränkt wird, wird das nicht nur Konsequenzen für die Bildungschancen der dort lebenden Schülerinnen und Schüler haben. Ein vollständiges Schulangebot ist auch ein Standortfaktor. Firmen siedeln sich nicht in Kommunen an, in denen ihre künftigen Mitarbeiter kein umfassendes Bildungsangebot für ihre Kinder vorfinden.

"Die CDU-Fraktion erklärt nun zwar, die Schulträger seien trotz rückläufiger Schülerzahlen gehalten, auf ein regional ausgewogenes, differenziertes Angebot zu achten. Gleichzeitig hat sie aber für ein Schulgesetz gestimmt, das die Schulträger in ihren Möglichkeiten beschnitten hat", so Beckmann weiter.

Mit dem Konzept der Allgemeinen Sekundarschule hat der VBE ein Strukturmodell vorgelegt, das Schulträgern wesentlich mehr Möglichkeiten bieten würde, ein wohnortnahes umfassendes Bildungsangebot vorzuhalten. Dieses Modell wird vom Städtetag NRW sowie dem Städte- und Gemeindebund als Organisation der kleinen Kommunen ausdrücklich befürwortet. Gerade von Vertretern ländlicher Kommunen wird dieses Modell immer wieder beim VBE nachgefragt. Auf einer Fachtagung des VBE im März dieses Jahres äußerten die Vertreter der kommunalen Spitzenverbände ausdrücklich den Wunsch an die Landesregierung, das neue Schulgesetz mit einer Experimentierklausel zu versehen und damit für eine Erprobung des VBE-Modells zu öffnen.

"Wir wissen auch von vielen Veranstaltungen, dass gerade in ländlichen Kommunen bei den Schulträgern viel Unmut über die entsprechenden Regelungen des neuen Schulgesetzes herrscht", so Beckmann abschließend. "Von der Mehrheitsfraktion gibt es bislang kein Signal, wie sie diesem Unmut mit einem tragfähigen Konzept begegnen will. Sie sieht den Folgen der demografischen Entwicklung für die Sekundarstufe I tatenlos zu. "


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