75 Prozent der Erzieherinnen haben Spaß an Mathematik
Frühe mathematische Bildung hat bei Kindern eine enorme Bedeutung für die Entwicklung ihrer späteren schulischen Leistungen. Bereits in Kindertagesstätten sollte daher spielerisch das Interesse an Mathematik geweckt werden.
29.03.2016 Bundesweit Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und ForschungGefördert durch das BMBF haben die Humboldt-Universität zu Berlin und die Alice-Salomon-Hochschule Berlin in einem Forschungsprojekt über 1.800 angehende Erzieher und Erzieherinnen in Deutschland zu ihrer Einstellung zu Mathematik befragt. Ein Großteil (ca. 75%) gab an, Interesse und Spaß an Mathematik zu haben. Dies kann sich positiv auf eine frühe mathematische Förderung in Kindertagesstätten und auf die Entwicklung mathematischer Kompetenzen der Kinder auswirken.
Bisher gibt es noch kein flächendeckendes Angebot für angehende Frühpädagogen, ihre Kompetenzen in der frühen mathematischen Bildung zu erweitern. Eine bessere Qualifizierung könnte auch Berührungsängste vor Mathematik verringern, die immerhin 20% der Befragten berichteten.
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Es stimmt, dass es in Deutschland kein flächendeckendes Angebot für die frühe mathematische Bildung existiert; sehr wohl aber in Ländern wie Österreich, Schweiz oder Großbritannien. Damit Deutschland nicht den Anschluss verliert, sollte man jetzt endlich aufkeimende Projekte der digitalen Früherziehung fördern und in die Fläche tragen. Es gibt da ein Konzept, Kinder in der Vor- und Grundschule über Roboter, die auf dem Boden fahren, an die Mathematik und das Programmieren spielerisch heranzuführen. Der erste solche Roboter war der BeeBot (englisch für Bienenroboter), der von Terrapin-LOGO (USA) erfunden wurde und in England schon seit den 90er-Jahren in der Primarstufe eingesetzt wird. In England ist die Digitale Früherziehung seit Beginn des Jahres sogar ein eigenes Schulfach in der Grundschule.
Den Erzieherinnen und Erziehern bzw. den Grundschul-Lehrkräften kommt hier eine große Verantwortung zu , denn sie legen den Grundstein für das, was die jetzt zu betreuenden Kinder später von der Mathematik halten, und diese Kinder werden es dann - bewusst oder unbewusst - als Mütter oder Väter an ihre Kinder weitergeben. Überlegen sie doch einfach mal: Wer z.B. hat Ihnen beigebracht, wie man sich die Schuhe zubindet?
Peter Meffert