Bayern übernimmt Gesetz aus dem Bildungsland Hessen

"Daran kann ich mich gewöhnen: Eine Anerkennung der guten hessischen Schul- und Integrationspolitik aus Bayern!" So freut sich Hessens Kultusministerin Karin Wolff heute angesichts der aktuellen Debatte über Gewalt an Schulen, dass Bayern ein Gesetz auf den Weg gebracht hat, welches in Hessen seit vier Jahren in Kraft ist und durch das bereits über 22.000 Kinder die neunmonatigen Deutsch-Vorlaufkurse durchlaufen haben. Berlin hat die Hessen-Vorlage ebenfalls kopiert, bezieht aber nicht die Kindergartenkinder mit ein.

07.04.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

"Die Hessische Landesregierung hat das feste Ziel, die Chancen aller Kinder und Jugendlichen auf einen qualifizierten Schulabschluss auch durch eine frühzeitige, noch im vorschulischen Alter beginnende intensive Sprachförderung nachhaltig verbessern zu wollen. Das alles lassen wir uns über 40 Mio. Euro kosten", betonte Wolff. Nur wer miteinander sprechen, vorhandene Probleme beschreiben und ausdiskutieren könne, der greife nicht zur Faust oder Waffe. Jugendgewalt sei oft ein Phänomen der Halt- und Orientierungslosigkeit von Heranwachsenden.

Laut Wolff deuten erste Anzeichen eine nachhaltige Wirksamkeit der Deutsch-Frühförderung in den hessischen Schulen an. Nach Berichten der Staatlichen Schulämter haben die Schulen festgestellt, dass die Kinder nicht nur an Sprachkompetenz gewonnen haben, sondern dass ihre Schulfähigkeit insgesamt enorm zugenommen hat. Rund 10 Prozent der jährlich rund 60.000 Schulanfängerinnen und Schulanfänger nehmen mittlerweile an schulischen Vorlaufkursen teil. Im laufenden Schuljahr 2005/2006 sind es 5.948 Kinder in 777 Vorlaufkursen. Zwei Zahlen freuen Wolff besonders: Die Akzeptanz der Kurse war bei Eltern, die aus mehr als 90 Ländern dieser Erde stammen, von Anfang an sehr hoch; 96 Prozent der empfohlenen Kinder nehmen auch an den Kursen teil. Und von diesen Kindern haben immerhin 96,7 Prozent die Vorlaufkurse erfolgreich durchlaufen und sind in die erste Klasse eingeschult worden. 489 Kinder nehmen mit Deutsch als Erstsprache (Muttersprache) teil. 746 Kinder hatten keinen Kindergarten besucht und wären ohne Vorlaufkurs höchstwahrscheinlich zurückgestellt worden.


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