Besser rechnen dank Rechner

(bikl) Machen Computer schlau oder fördern sie Dummheit und Gewalt? Diese gern geführte Diskussion hat neue Nahrung bekommen. Denn das Ergebnis einer neuen internationalen PISA-Auswertung belegt: Wer als Schüler regelmäßig den Computer nutzt, zeigt bessere Leistungen.

25.01.2006 Artikel
  • © bikl.de

Der neue OECD-Bericht "Are Students ready for a technology-rich world?" (zu deutsch: "Haben Schüler das Rüstzeug für eine technologieintensive Welt?") liefert erste international vergleichbare Daten. Die Ergänzungsstudie zum PISA-Bericht, die gestern in Berlin vorgestellt wurde, hat die Aussagen 15-jähriger Schüler zu ihrem Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologie in 32 Ländern ausgewertet.

Integraler Bestandteil des Unterrichts

Nur knapp ein Viertel der deutschen Jugendlichen arbeitet in der Schule mehrmals in der Woche mit dem Computer. Und die Zahl der 15-Jährigen, die sich hier einen Computer teilen müssen, ist doppelt so hoch wie im OECD-Schnitt und dreimal so hoch wie in Australien, Korea und den USA. In Ungarn gehört die Computernutzung gar für rund 80 Prozent der 15-Jährigen zum Schulalltag. Es zeige sich, dass der Computer in Deutschland nach wie vor nicht integraler Bestandteil des Schulunterrichts sei, erklärte der internationale Koordinator der PISA-Studie, Andreas Schleicher, und leitete die die Forderung ab, den Einsatz des Computers im Unterricht zu intensivieren.

In Deutschland verfügen allerdings besonders viele Schüler zu Hause über einen Computer: 82 Prozent benutzen ihn dort mehrmals in der Woche und liegen so fast gleichauf mit Schülern in den USA, in Belgien, Dänemark oder Kanada. Dabei dient der PC den Schülern keineswegs nur für PC-Spiele. Immerhin die Hälfte arbeitet zu Hause häufig mit Textverarbeitungsprogrammen und sucht Informationen im Internet.

Besser in Mathematik

Einen interessanten Zusammenhang zwischen der Computernutzung und den Leistungen in Mathematik konnten die Bildungsforscher feststellen: 15-jährige, die seit weniger als einem Jahr mit den Rechnern gearbeitet hatten, schnitten beim PISA-Mathematiktest deutlich unterdurchschnittlich ab. Schüler, die mehr als fünf Jahre Computer genutzt hatten, lagen mit ihren Leistungen deutlich über dem OECD- Durchschnitt von 500 Punkten. Dieser Vorteil der PC-Nutzer gelte auch dann noch, so die Wissenschaftler, wenn sozioökonomische Hintergrundfaktoren berücksichtigt werden. In Deutschland waren danach im Fach Mathematik 15-jährige Schüler den Gleichaltrigen ohne regelmäßige PC-Nutzung fast ein Schuljahr voraus.

Eine Kurzfassung des OECD-Berichts findet man unter www.oecd.org/dataoecd/49/7/36001057.pdf (.pdf-Format).

Siehe auch:

  • [PRO & CONTRA: Computer im Kindergarten?](http://bildungsklick.de/didacta/einzelansicht/20)
  • [Besser lernen mit neuen Medien](http://bildungsklick.de/serviceText.html?serviceTextId=23622)
  • [Computer machen schlau](http://bildungsklick.de/serviceText.html?serviceTextId=21510)
  • [Computereinsatz mit "Schereneffekt"](http://bildungsklick.de/serviceText.html?serviceTextId=20951)
  • [Computer im Unterricht wirkungsvoller einsetzen](http://bildungsklick.de/serviceText.html?serviceTextId=19728)
  • [Studie: IT-Ausstattung der Schulen hat sich weiter verbessert](http://bildungsklick.de/serviceText.html?serviceTextId=18281)
  • [Lehrer sollen am Computer spielen](http://bildungsklick.de/serviceText.html?serviceTextId=17733)

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