Mecklenburg-Vorpommern

Betreuung der unter 3-jährigen braucht mehr Qualität der Arbeit

"Betreuung allein reicht nicht. Zur Wahrheit der Erfüllung des Rechtsanspruchs gehört auch, dass Mecklenburg-Vorpommern zu den Schlusslichtern in der Fachkraft-Kind-Relation gehört", so Daniel Taprogge von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Mecklenburg-Vorpommern.

11.07.2013 Pressemeldung GEW Mecklenburg-Vorpommern

Deshalb müsse nun alle Kraft und vor allem auch genug Geld investiert werden, um diesen und auch die anderen Betreuungsschlüssel endlich auf das durch die GEW schon lange geforderte Niveau abzusenken. Die Bildungsgewerkschaft hat dem Landtag zu dieser Absenkung einen Stufenplan zur Umsetzung noch in dieser Legislaturperiode vorgelegt. "Stellen wir uns vor, dass eine Erzieherin nach dem heutigen Schlüssel sechs Kinder mit Windeln betreut, dann bleibt neben Wickeln, Füttern, An- und Ausziehen keine Zeit mehr für eine qualifizierte Förderung, freies Spiel und die Ausarbeitung der Dokumentation", erläutert der Gewerkschafter weiter. Die GEW M-V fordert einen Betreuungsschlüssel in Höhe von: 1:4 Krippe, 1:8 Kindergarten und 1:12 Hort.

Die Situation in MV wird durch verschiedene Faktoren verschärft: die Altersstruktur und der nötige Fachkräftenachwuchs sowie die Arbeitsbedingungen. "Gestern hat das Statistische Landesamt Zahlen zur Struktur der Beschäftigten in den Kitas vorgelegt. Danach sind 39% der Erzieher/innen 50 Jahre und älter, während nur etwa 24% jünger als 35 Jahre sind. Da kann man sich wirklich die Frage stellen, wie in den nächsten Jahren die frühkindliche Bildung personell abgesichert werden soll", so Daniel Taprogge. Zu den Arbeitsbedingungen gehören neben einer guten Fachkraft-Kind-Relation auch die Rahmenbedingungen und damit das Einkommen und die Frage der Voll- oder Teilzeitarbeit. Zu der Arbeitszeit weist das Statistische Amt MV aus, dass lediglich rund ein Viertel der Erzieher/innen in Vollzeit arbeitet, der überwiegende Teil jedoch in atypischen Teilzeit-Beschäftigungsverhältnissen steht (ca. ein Drittel arbeitet 32 bis 38,5 Wochenstunden und nochmals ein Drittel 21 bis unter 32 Wochenstunden). Hinzu kommt ein niedriges und meist untertarifliches Einkommen, das nicht zu einer hohen Arbeitszufriedenheit führt. Wenn M-V tatsächlich zum Kinderland werden soll, gibt es noch viel zu tun.


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